Neues wagen – Eisbaden nach der Wim-Hof-Methode

Neues wagen – Eisbaden nach der Wim-Hof-Methode: Guckaisee/Rhön, Sonntag, 7. Januar 2024, Außentemperatur minus fünf Grad Celsius, Wassertemperatur zwei Grad Celsius: Verlockende Temperaturen, um eine kleine Runde zu schwimmen, oder?

Für mich heute auf jeden Fall, auch wenn der Gang ins Wasser mich doch ein wenig Überwindung kostet. Warum ich das mache? Neues Jahr, neue Vorsätze, neue Projekte – das sind jedes Jahr wieder die Impulse, die viele Menschen antreiben … so auch mich!

Eisbaden nach der Wim-Hof-Methode

Schon Anfang 2023 war einer meiner Vorsätze für das kommende Jahr, dass ich mich mit der sogenannten Wim-Hof-Methode intensiver beschäftigen möchte. Dazu gehört neben verschiedenen Atemtechniken vor allem der regelmäßige Kontakt zu (sehr) kaltem Wasser.

Gesagt getan: Nach Buchlektüre, Livestream-Workshop und mit jeder Menge Motivation hatte ich im Januar 2023 begonnen, meine Kaltduschphase am Ende des morgendlichen Duschens immer weiter zu verlängern. Auch Wannenbäder im kalten Leitungswasser habe ich ab und zu eingebaut. Das Wasser zuhause kommt allerdings im Winter mit „nur“ ca. acht bis neun Grad Celsius aus der Leitung. Aber wirkliches Eisbaden verspricht ja nochmal einen stärkeren Effekt. Im Laufe des Jahres habe ich deshalb meine Praxis noch um zwei Präsenzseminare ergänzt, bei denen dann auch wirkliches Eisbaden in ca. zwei bis vier Grad kaltem Wasser dazugehörten. Die regelmäßige Anwendung dieser Methode bedeutet für mich auf jeden Fall eine starke Bereicherung für die bewusste Wahrnehmung meiner mentalen und körperlichen Leistungsfähigkeit.

Effekte des Eisbadens

Doch was genau sind eigentlich die Effekte des Eisbadens, außer dass man die persönliche Komfortzone verlässt und sich immer wieder überwindet?

Gefäßsystem

Das Eintauchen in kaltes Wasser bewirkt eine Kontraktion der Blutgefäße, gefolgt von einer Ausdehnung, wenn der Körper versucht, sich vor der Kälte zu schützen. Dieser Wechsel wirkt wie ein intensives Training für das Gefäßsystem, was die Elastizität der Blutgefäße fördert. Dies kann zu einer verbesserten Durchblutung und einem gesünderen Herz-Kreislauf-System führen.

Immunsystem

Studien legen nahe, dass regelmäßiges Eisbaden die Aktivität des Immunsystems stimulieren kann. Die kurzfristige Stressreaktion, die durch die Kälte ausgelöst wird, kann die Produktion von weißen Blutkörperchen fördern und somit die Abwehrkräfte stärken. Wim Hof selbst behauptet, dass seine Methode dazu beiträgt, das Immunsystem zu trainieren und Resilienz gegenüber Krankheiten zu entwickeln. Das wird durch mehrere Studien belegt, denen er sich persönlich unterzogen hat, wobei hier Atemtechniken und Kaltwasserexposition kombiniert wurden.

Chronische Schmerzen

Es gibt Anzeichen dafür, dass Eisbaden bei Menschen mit chronischen Schmerzen zu einer Verringerung der Schmerzsymptomatik beitragen kann. Die Kälte kann eine entzündungshemmende Wirkung haben und die Schmerzrezeptoren beeinflussen. Gegebenenfalls könnte sich regelmäßige Kältexposition auch auf andere chronisch entzündliche Erkrankungen positiv auswirken.

Psyche

Das Eintauchen in eiskaltes Wasser ist nicht nur eine physische, sondern vor allem auch eine mentale Herausforderung. Es erfordert Achtsamkeit und Kontrolle über den eigenen Atem. Menschen, die regelmäßig Eisbaden praktizieren, berichten von einem gesteigerten Gefühl der Wachsamkeit, einer verbesserten Stressbewältigung und einer insgesamt besseren mentalen Verfassung. Insbesondere bei depressiven Störungen zeigt sich bei regelmäßiger „Überwindung des inneren Schweinehunds“ ein positiver Effekt.

Insgesamt zeigt sich, dass Eisbaden nicht nur eine beeindruckende körperliche Leistung ist, sondern auch potenziell viele nachhaltige, positive Auswirkungen auf die Vorgänge von Körper und Geist haben kann. Der „Iceman“ Wim Hof, ein niederländischer Extremsportler, der mehrere Weltrekorde im Ertragen extremer Kälte hält, hat mit seiner Methode wesentlich dazu beigetragen, diese Praxis in den Fokus zu rücken und die wissenschaftliche Erforschung dieses faszinierenden Phänomens weiter voranzutreiben.

Eisbaden – das sollten Sie beachten

Wer für sich selbst diese positiven Effekte spürbar machen möchte, benötigt dazu lediglich kaltes Wasser, ein wenig Mut und den Willen, sich zu überwinden. Der Rest passiert bei regelmäßiger Praxis von allein.

Bitte achten Sie unbedingt auf einen behutsamen Beginn mit zeitlich steigenden Phasen von kaltem Duschen, bevor Sie die Kälteexposition in einem eiskalten Bad wagen. Natürlich sollte bei bestehenden Vorerkrankungen vor einer Anwendung Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker gehalten werden. Entsprechende Anleitungen finden Sie über Präsenzseminare, im Internet oder passende App-Angebote.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß und Erfolg beim Eisbaden!

Dieser Beitrag wurde von Judith Heß verfasst. Sie ist Inhaberin der Deutschen Heilpraktikerschule Fulda.

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