Was ist eigentlich Gartentherapie?

Was ist eigentlich Gartentherapie?

Nicht erst in Pandemiezeiten haben die Menschen das Gärtnern für sich wiederentdeckt. Auch schon vorher haben Kleingartenvereine, besonders im städtischen Lebensraum, von einem hohen Interesse an den Parzellen berichtet. Und auch ein noch relativ junger Therapiezweig hat sich entwickelt: die Gartentherapie.

Was wir instinktiv spüren, dass uns die Bewegung an der frischen Luft guttut, dass die Sonne auf der Haut unsere Stimmung erhellen kann, dass es etwas Wunderbares ist, sein eigenes Gemüse anzubauen oder Blumen zu ziehen, alles das macht sich die Gartentherapie zunutze.

Was steckt hinter der Gartentherapie?

Die Gartentherapie wird definiert als eine Mischung von Physio- und Ergotherapie, bei der auch soziale und psychische Faktoren einbezogen werden. Es kommen gärtnerische und pflanzenbezogene Tätigkeiten zum Einsatz. Sie ist daher sehr vielfältig einsetzbar, denn der Garten lehrt uns einiges. Beispielsweise gibt er uns Perspektive, indem wir einen Samen aussäen, den Keimling pflegen und später eine wunderbare Frucht ernten.

Ein Garten lehrt uns, dass es hilfreich im täglichen Leben ist, eine Struktur oder Strategie zu haben. Im Garten fängt man oft mit unliebsamen Tätigkeiten an, z.B. Umgraben oder Unkrautjäten und später widmet man sich der Ernte oder entspannt nach getaner Arbeit im Liegestuhl. Das lässt sich gut in den Alltag übernehmen.

Studien haben belegt, dass 4 Stunden Bewegung bei der Gartenarbeit effektiver und nachhaltiger für unsere körperliche Fitness sind, als eine halbe Stunde zu joggen. Wer einen Garten pflegt, weiß, dass 4 Stunden im Garten sehr schnell vergehen und dass man sich nach getaner Arbeit erholt und vielleicht sogar glücklich fühlt.

Der Umgang mit Pflanzen oder gartenbezogenen Tätigkeiten kann auch helfen, die sensorischen Fähigkeiten zu fördern, zu erhalten oder sogar zu entfalten. Deswegen findet die Gartentherapie beispielsweise auch gerne Anwendung in Altersheimen oder Rehabilitationseinrichtungen. Hier sind zum Teil ganze Therapiegärten entstanden. Sie kann aber auch ambulant zum Einsatz kommen. In jedem Fall ist die Gartentherapie eine wirksame Ergänzung zu den bekannten therapeutischen Strategien.

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Dieser Beitrag wurde von Nicole Wichmann verfasst. Sie ist Geschäftsbereichsleiterin Partnermanagement und Tutorin an der Fernakademie der Deutschen Heilpraktikerschule.

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