Naturheilkunde-Lexikon

Naturheilkunde Lexikon

Naturheilkunde-Lexikon

Das Naturheilkunde-Lexikon der Deutschen Heilpraktikerschule fasst alle wichtigen Begriffe der Naturheilkunde zusammen. Sowohl naturheilkundliche Therapieverfahren als auch natürliche Wirkstoffe der Natur und komplementäre Verfahren werden vorgestellt. Wenn es einen Begriff gibt, den wir noch ergänzen sollen, schreiben Sie uns gern einen Kommentar!

A

Der Aderlass gehört zu den ältesten Heilmethoden. Das Ausleitungsverfahren wird laut Überlieferung bereits seit 3000 v. Chr. mit Erfolg in der indischen Medizin angewendet. In der Antike empfahl Hippokrates den Aderlass als eines der wichtigsten konstitutionsverbessernden Therapien. Ausgangspunkt des Aderlass bildet die Lehre der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, Galle und Luft). Hier wurde davon ausgegangen, dass eine fehlerhafte Zusammensetzung der Körpersäfte (Dyskrasie) sowie eine vorhandene Blutfülle (Plethora) Ursache für Erkrankungen sein können.

Mehr dazu erfahren Sie im Blog.

Arnika ist in der naturheilkundlichen Medizin noch gar nicht so lange präsent. Sie wird erst seit dem 18. Jahrhundert genutzt und zählt deshalb zu den „jungen“ Heilpflanzen. Arnika wird in der Medizin nur zur äußeren Anwendung genutzt, da das Gift der Pflanze teilweise ungewünschte allergische Reaktionen auslösen kann. Lesen Sie mehr über die Verwendung und Wirkung von Arnika in unserem Blog.

Bernhard Aschner (1883–1960) erforschte in den 1920- bis 1930er-Jahren die noch heute gültigen und angewandten Indikationen. Aschner prägte erfolgreich das moderne Verständnis der Ausleitungsverfahren und eröffnete ihnen damit den (Wieder-)eintritt in die Naturheilkunde. Er gilt als Begründer der sog. Konstitutionstherapie, seine 1908 erstmals erschienenen Werke werden bis heute in aktualisierten Auflagen herausgegeben.

Aschners Formen verbanden externe Methoden mit inneren Anwendungen als ein Gesamtkonzept einer Konstitutionstherapie. Die Aschnerverfahren dringen tief in die Kausalität einer gestörten Selbstregulation des Organismus ein, da sie am Grundsystem (Pischinger-Raum) zwischen den Zellen ansetzen. Dadurch wirken sie regulativ und nicht unterdrückend. Andere Naturheilverfahren werden oft erst danach wieder wirksam.

Mehr Informationen zu Bernhard Aschner finden Sie in unserem Blog.

Unter dem Namen Tragant tummeln sich insgesamt etwa 2.000 bekannte Unterarten darunter so spannende Kräuter wie der Astragalus mongholicus, welcher traditionell in der chinesischen Medizin als Stärkungsmittel verwendet wird. Dabei kommt vor allem die gelbe Wurzel zur Anwendung. Sie wird geschnitten, gewaschen und in der Sonne getrocknet. Üblicherweise werden die so verarbeiteten Wurzeln in Form von Tees, Suppen oder Extrakten kombiniert mit weiteren Heilpflanzen eingenommen. Mehr Informationen zur Anwendung und Wirkung finden Sie in unserem Blog.

B

Bärlauch (Allium ursinum) enthält die gleichen Wirkstoffe wie Knoblauch. Seine wichtigsten Inhaltsstoffe sind schwefelhaltige ätherische Öle, Senfölglycoside, Vitamin C und zahlreiche Mineralstoffe. Durch das Zerreiben, Zerschneiden und Verarbeiten, werden die Zellen des Bärlauchs beschädigt. Dabei verwandelt sich das ätherische Öl Alliin in die für den Knoblauchgeruch verantwortliche Alkylsulfensäure. Diese wiederum zerfällt dann in weitere Bestanteile, die allesamt desinfizierend, blutgefäßreinigend und atemwegsbefreiend wirken.

Bärlauch wirkt verdauungsfördern und stoffwechselanregend, er vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit – hier wirken die scharf schmeckenden Senfölglykoside als natürlicher Muntermacher. Vitamin C und der hohe Gehalt an pflanzlichem Eisen fördern die Blutbildung und können so einem Eisenmangel entgegenwirken. Zudem enthält Bärlauch Magnesium, Mangan und weitere Mineralstoffe, die für einen gesunden Körper notwendig sind.

Lesen mehr über Bärlauch in unserem Blog.

Das Baunscheidtverfahren ist ein Hautableitungsverfahren, bei dem über eine großflächige Reizung ein künstlicher Heilausschlag produziert wird. Dabei wird durch vorherige Perforation (Stichelung) der Haut und anschließende Behandlung mit reizenden Ölen eine lokale Entzündung herbeigeführt.

Mit dieser Komplementärmethode werden vor allem bei chronischen Entzündungen, Schmerz- und Reizzuständen sowie Verkrampfungen recht gute Erfolge erzielt. Entwickelt wurde dieses Verfahren zu Ende des 19. Jahrhunderts. Entdecker dieser Methode ist der Mechaniker und Erfinder Carl Baunscheidt.

Erfahren Sie mehr über dieses Verfahren in unserem Blog.

Die Birke ist so markant, dass selbst schon kleine Kinder sie von anderen Bäumen unterscheiden können: die Birke. Auffällig durch ihre weiße weiche Rinde, in der sich bei älteren Bäumen dann auch meist dunkle, raue Stellen zeigen. Die Birke galt bereits bei den Germanen als heiliger Baum. Sie symbolisiert die Fruchtbarkeit des Frühlings, weshalb auch heute noch traditionell das Maibaumsetzten in den Dörfern fester Bestandteil des Frühlingsfestes ist.

Sowohl die Hängebirke, als auch die Moorbirke werden heilkundlich genutzt. Geschätzt wird vor allem der Birkensaft, er ist ein stark harntreibendes Mittel gleichzeitig aber nierenschonend und somit nicht stark belastend. Heilpraktiker und auch Phytotherapeuten nutzen die Birke auch für die Behandlung von hartnäckigen Hauterkrankungen, wie Rissen oder Ekzeme. Schon Pfarrer Kneipp empfahl eine Abkochung aus Birkenblättern zur blutreinigenden Frühjahrskur. Rezeptideen finden Sie in unserem Blog.

Der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) wird bereits seit der Kupferzeit vom Menschen als Heilpflanze genutzt. Im Mittleren Osten und im Mittelmeerraum wurde er wohl zuerst kultiviert, bevor er seinen Weg nach Ägypten fand. Im Land der Pyramiden wurde vor allem die heilkundliche Wirkung der Pflanzen geschätzt, die unter anderem in der Geburtshilfe für die Förderung der Milchbildung bei Stillenden zur Anwendung kam.

Um 795 wurde der Anbau von Bockshornklee per Erlass von Karl dem Großen verordnet und erreichte dadurch auch in unseren Breiten hohe Bekanntheit. Hildegard von Bingen und später Sebastian Kneipp schätzten die heilende Wirkung der Pflanze bei Hautkrankheiten und viele andere Leiden. Heute wird Bockshornklee in vielerlei Form angewendet. Ob ganz trivial als Gewürz oder Gewürzbestandteil (z.B. in Curry) oder auch als Futtermittelpflanze. Aber es ist vor allem seine medizinische Wirkung, die den Bockshornklee bei vielen Menschen beliebt macht.

Warum und wie Bockshornklee wirkt lesen Sie in unserem Blog?

Die Blaubeere hat viele Namen: Heidelbeere, Schwarzbeere, Mollbeere, Wildbeere, Waldbeere, Zeckbeere, Moosbeere, Bickelbeere, Bickbeere, Griffelbeere, Haselbeeri, Hällbeere, Krähenauge, Schnuderbeeri, Sentbeere, Taubeere, Wehlen, Worbel … Und bietet uns ebenso viele Anwendungsmöglichkeiten in der Naturheilkunde.

Erstmals wurde Vaccinium myrtillus, wie die Beere lateinisch genannt wird, bei der Äbtissin Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert erwähnt. Sie empfahl Waldbeeren bei Durchfall und selbst bei Bauchtyphus wurden getrocknete Blaubeeren und auch deren Blätter genutzt.

Wie und warum die Blaubeere wirkt erfahren Sie in unserem Blog.

Blutegel im Dienst der Heilpraktiker

Seitdem Menschen einander therapieren, spielen die Blutegel (Hirudo medicinalis) eine bedeutende Rolle. Das Wort “Egel” stammt von dem griechischen Wort echis und bedeutet kleine Schlange. Zahlreiche Überlieferungen über die heilende Wirkung der „goldenen Ader“ sind aus der arabischen, griechischen, indischen, germanischen und römischen Medizin bekannt.

Nach einer Blütezeit im Mittelalter geriet die Behandlung mit z.T. missbräuchlichen Anwendungen, die man auch die Zeit des Vampirysmus nannte, in Vergessenheit. Erst im 20. Jahrhundert wurde die heilende Wirkung durch den Physiologen und Arzt Bernhard Aschner wieder entdeckt und erlebte in der modernen Schul- und Veterinärmedizin eine „Wiedergeburt“.

Und auch in der Heilkunst erlebten die Blutegel eine Renaissance. Eine Behandlung mit den Tieren zählt in der alternativen Medizin neben dem Schröpfen, dem Baunscheidtieren und dem Aderlass zu den sogenannten Ausleitungsverfahren. Diese sind aus den modernen Heilpraktikerpraxen nicht mehr weg zu denken.

Blutegel werden vor allem an Körperstellen angewendet, an die man mit einem Schröpfkopf oder Aderlass nicht herankommt. Also bspw. Augenlider, Mund, Zahnfleisch, Ohren, Zehen und Brustwarzen.

Die moderne Laborchemie hat zahlreiche Wirksubstanzen im Blutegelspeichel gefunden, so dass es keinen Zweifel an deren Wirksamkeit mehr gibt.

Doch warum wirkt der Biss eines Blutegels?

Der Speichel enthält viele Substanzen, von denen bisher nur die wichtigsten identifiziert werden konnten.

Hier eine kleine Auswahl:

HIRUDIN (Hirudo medicinalis = medizinischer Blutegel)
Es sorgt für die Hemmung der Blutgerinnung. Bei dem ca. 30-minütigen Saugakt und danach ist es notwendig, die Wunde offen und das Blut fließfähig zu halten.

CALIN
Es hemmt ebenfalls die Blutgerinnung. Calin bewirkt im Anschluss an das “schnelle” Hirudin, die ca. 12 h dauernde Reinigung der Wunde durch das Nachbluten. Es kommt zu einem sogenannten sanften Aderlass.

Weitere Substanzen wirken entzündungshemmend, antiallergisch, antibiotisch, abschwellend und verteilend.

Wir begleiten Sie über die Ausbildung hinaus bis in Ihren Praxisalltag hinein!

Ausleitungsverfahren als notwendigen Bestandteil Ihres Therapieangebotes? – Erlernen Sie es in unserem Seminar Ausleitungsverfahren!

C

Das Cantharidenpflaster ist ein traditionelles ausleitendes Verfahren in der Naturheilkunde. Der Wirkstoff Cantharidin, gewonnen aus Käferarten (z. B. Spanische Fliege), wirkt stark hautreizend und führt gezielt zur Blasenbildung (Vesikation). Dadurch werden Durchblutung, Lymphfluss und Stoffwechselprozesse angeregt, was den Abtransport von Belastungen fördern und schmerzlindernd wirken kann.

Die Anwendung erfolgt lokal über mehrere Stunden. Die entstehende, mit Lymphflüssigkeit gefüllte Blase wird anschließend fachgerecht versorgt. Das Verfahren wird u. a. bei chronischen Schmerz- und Reizzuständen eingesetzt.

Wichtige Hinweise: Nicht anwenden bei Nieren- oder Blasenreizungen, auf empfindlicher oder geschädigter Haut sowie im Bereich von Schleimhäuten oder Nieren.

Ausführliche Informationen, Wirkweise, Geschichte und Anwendung: siehe Blogbeitrag „Das Cantharidenpflaster – der weiße Aderlass“.

Cayenne- oder Spanischer Pfeffer ist im eigentlichen Sinne kein Pfeffer. Genau genommen handelt es sich um ein mit der Paprika verwandtes Nachtschattengewächs. Die Chili-Pflanze der Sorte „Cayenne“ wurde bereits vor der Entdeckung Amerikas in den tropischen Regionen kultiviert. Heute findet der Anbau auch in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Asien statt.

In der Naturheilkunde nutzt man ebenfalls die Wirkung der Cayennepfefferfrüchte. Sie werden nur äußerlich auf der Haut angewendet. Die schmerzlindernde Wirkung beruht auf dem Inhaltsstoff Capsaicin. Offiziell anerkannt ist die Wirkung bei schmerzhafter und verspannter Muskulatur, aber auch bei Nervenschmerzen.

Erfahren Sie mehr über den Cayennepfeffer in unserem Blog.

D – G

Bei der Dunkelfeldmikroskopie wird ein Tropfen Blut entnommen und in einem Mikroskop betrachtet. Dabei wird das Licht so gebrochen, dass man die Blutkörperchen gegen einen dunklen Hintergrund sieht, was wesentlich kontrastreicher ist. Der Vorteil liegt darin, dass man das lebende Blut betrachten kann und Rückschlüsse z.B. auf das Immunsystem führen kann. Sie unterteilt sich in die rein medizinische Hämatologie und die Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein.

Dieses Verfahren wurde von Dr. Reinhard Voll in den 50er Jahren entwickelt und bildet die Grundlage für viele bioelektrische Verfahren, die es heute überall gibt. Dabei wird über Akupunkturpunkte durch Widerstandsmessung versucht Rückschlüsse auf die Gesundheit oder Belastung von Organen zu führen. Ebenso können die Wirkungen von Medikamenten und Präparaten getestet werden.

H

Begründer der Homöopathie

HahnemannHahnemann wurde am 10. April 1755 in der Porzellanstadt Meißen geboren. Sein Vater erkannte seine hohe Sprachbegabung schon früh und unterstütze dessen Talent. So konnte Hahnemann bereits im Alter von 12 Jahren anderen Kindern das Altgriechische lehren, besuchte die Meißener Stadtschule und erhielt bald ein Stipendium für die Fürstenschule St. Afra. 1775 begann er mit dem Medizinstudium in Leipzig, er führte es in Wien und Siebenbürgen fort. Aufenthalt und Studium finanzierte er sich durch Sprachunterricht und als Übersetzer medizinischer Texte ins Deutsche. Seine Promotion legte er 1779 an der Friedrichs Universität Erlangen ab.

Nach der Promotion beginnt ein wechselhaftes Kapitel in Hanhemanns Biografie. Immer wieder wechselt der junge Hahnemann seine Betätigungsfelder und arbeitet erfolgreich als Arzt und mal als Übersetzer oder Schriftsteller. Sein Wissensdrang und stetes Streben nach Bildung, lässt ihn 1781 erfolgreich eine praktische pharmazeutische Ausbildung beenden und führt ihn somit auf das Gebiet der Chemie. Seine Vermischung der Aufgaben eines Apothekers mit den Pflichten des Arztes stößt auf den Widerstand der Apotheker Gilden, die ihn scharf angriffen.

1782 heiratet Hahnemann die Apothekertochter Johanna Leopoldine Henriette Küchler, mit der er 48 Jahre lang sein Leben teilen sollte und die ihm elf Kinder schenkte. Gemeinsam mit den Kindern begleitete sie Hahnemann auf vielen Stationen quer durch Deutschland. Darunter Hettstedt, Dessau, Gommern bei Magdeburg und Dresden.

Im Jahr 1789, als in Frankreich die Revolution ausbricht, siedelt Hahnemann nach Leipzig Stötteritz über. 1790 übersetzt er dort nicht nur Werke von Cullen aus dem Englischen, darunter auch die „Materia Medica“, sondern führt auch seinen berühmten Chinarindenversuch durch.

In den Jahren 1792-1804 führte ihn seine Arbeit nach Gotha, Molschleben, Göttingen, Pyrmont, Braunschweig, Wolfenbüttel, Königslutter, Altona, Hamburg, Mölln und Machern, immer in Begleitung seiner inzwischen zahlreich gewordenen Familie. Er sammelte weiter Erfahrungen im Umgang mit chemischen Substanzen und übersetzte hauptsächlich chemische und pharmazeutische Schriften. Zudem experimentierte er mit Arzneien an sich und anderen und sammelte Berichte über Selbstversuche, Vergiftungen und Heilungsberichte, die durch das Heilprinzip „Ähnliches mit Ähnlichem“ erklärt werden konnten. Dieses Prinzip veröffentlichte er 1796 in Hufelands „Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst“. In den Jahren 1801-1804 sind die ersten zweifelsfrei homöopathischen Behandlungen aus seinen Krankenjournalen nachzuweisen.

Ab 1805 praktizierte Hahnemann in Torgau. Hier führte er erstmals in weiteren wissenschaftlichen Artikeln in Hufelands Zeitschrift das Prinzip der kleinen Gaben und den Begriff „homöopathisch“ ein. Im Jahr 1810 erschien dann das „Organon der rationalen Heilkunde“. Die erste Auflage enthielt bereits alle Wesenszüge der Homöopathie, wurde jedoch mehrfach stark überarbeitet. In den folgenden Jahren erschienen die sechs Bände der „Reinen Arzneimittellehre“, in denen er Arzneimittelprüfungen am gesunden Menschen beschrieb. Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich um das größte zusammenfassende, systematische Werk auf dem Gebiet der Pharmakologie.

1811 kehrte Hahnemann wieder nach Leipzig zurück, wo er bis 1821 lebte und an der Universität lehrte. Hier baute er auch seine Schule der Heilkunst auf, scharte Schüler um sich und hielt von 1815 bis 1821 ohne Unterbrechung Vorlesungen zur Homöopathie. Zu dieser Zeit unterhielt er, trotz vieler Fehden mit ansässigen Professoren, eine florierende Praxis und war vermutlich auch bei der Leipziger Völkerschlacht anwesend.

Im Jahr 1821 nahm Hahnemann eine Anstellung als Leibarzt bei Herzog Ferdinand von Anhalt – Köthen an. Herzog Ferdinand garantierte dem inzwischen 66 Jährigen Hahnemann dort schriftlich, auf Betreiben von Adam von Müller, einem österreichischen Politiker und Förderer der Homöopathie, sein Recht auf Herstellung der homöopathischen Arzneien. Dort führte er auch seine homöopathische Praxis weiter. 1822 ernannte man ihn zum Hofrat, 1828 veröffentlichte er die „Chronischen Krankheiten“ und 1829 gründete er den Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte.

Als 1830 Hahnemanns Frau an der Cholera starb, litt er sehr darunter, dass er sie nicht retten konnte. Seiner Zeit voraus, führte er die Macht der Erkrankung auf „kleinste Lebewesen“ zurück und wies hier erstmals auf die bakteriologischen Erkenntnisse hin. Durch die verhältnismäßig erfolgreiche Behandlung der Choleraepidemien von 1830 und 1831 stieg die Homöopathie weiter im allgemeinen Ansehen.

Als 1835 die 35-jährige Französin Melanie D`Herville Hahnemanns Praxis betrat, verliebte sich der nun 79 Jahre alte Homöopath sofort in sie. Nach der Heirat zog das Paar nach Paris, wo sie gemeinsam, bis zum Tod Hahnemanns, eine geachtete Praxis führten. Hahnemann verstarb am 2. Juli 1843 an einer Lungenentzündung. Während Hahnemann zunächst auf dem Friedhof Montmartre bestattet wurde, fand er später auf dem Ehrenfriedhof Pèr Lachaise seine letzte Ruhe.

Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode, die auf Samuel Hahnemann (1755–1843) zurückgeht. Ihr zentrales Prinzip lautet „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“: Ein Stoff, der beim Gesunden bestimmte Symptome auslösen kann, wird in stark verdünnter und potenzierter Form zur Behandlung ähnlicher Beschwerden eingesetzt.

Zu den Grundprinzipien zählen das Ähnlichkeitsprinzip, die Betrachtung des Menschen als Einheit, die Wirkung kleinster Dosen sowie die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Homöopathische Arzneien werden nach festen Vorschriften hergestellt und in unterschiedlichen Potenzen (z. B. D-, C- oder LM-Potenzen) verabreicht.

Die klassische Homöopathie erfordert eine individuelle Mittelwahl und unterscheidet sich deutlich von vereinfachten Standardempfehlungen.

Ausführliche Informationen zu Geschichte, Wirkprinzip und Potenzen: siehe Blogbeitrag „Homöopathie ‒ Wissenswertes zu Wirkprinzip und Potenzen“.

Wilhelm Christoph Hufeland (1762–1836) war ein bedeutender deutscher Arzt, Gesundheitsreformer und Wegbereiter moderner Medizin- und Präventionskonzepte. Er wirkte u. a. als Professor in Jena, Leibarzt der preußischen Königsfamilie sowie Direktor der Charité in Berlin.

Bekannt wurde Hufeland insbesondere durch sein Werk Makrobiotik (1796/97), in dem er sich mit Lebensverlängerung, Gesundheitsvorsorge und maßvoller Lebensführung beschäftigte. Er setzte sich früh für Hygiene, Impfungen, öffentliche Gesundheit und soziale Medizin ein und erkannte den Zusammenhang zwischen Lebensbedingungen und Krankheit.

Als Aufklärer und Reformator prägte er die medizinische Entwicklung seiner Zeit nachhaltig und gilt als wichtiger Impulsgeber für eine ganzheitlich orientierte Medizin.

Ausführliche Informationen zu Leben, Werk und Bedeutung: siehe Blogbeitrag „Wilhelm Christoph Hufeland – Reformator des Gesundheitswesens“.

I

Ignaz von Peczely und die Irisdiagnose

Die Irisdiagnose schließt eine wichtige diagnostische Lücke, denn das Auge verrät konstitutionsbedingte Schwächen, aber auch individuelle Stärken. Bei der Irisdiagnose werden Farbe, individuelle Zeichen (Waben, Krypten, Lakunen und Defektzeichen), Zustand der Sklera und Regenbogenhaut beurteilt, um dann eine passende Verordnung bzw. Therapie einzuleiten.

In der modernen Naturheilpraxis bedient man sich der bildgebenden Technik, um die Hinweise der Iris deutlich zu erkennen. Das Auge wird fotografiert und anschließend kann es ggf. gemeinsam mit dem Patienten auf dem Monitor ausgewertet werden. Vorteil ist hier die vergrößerte Darstellung der Iris und das erweiterte Zeitfenster zur Beurteilung.

Der Begründer der Irisdiagnose ist ein junger Azrt aus Budapest. Ignaz von Peczely (1826-1911) veröffentlichte erst nach langer Zeit seine in deutsch verfasste Broschüre „Entdeckungen auf dem Gebiet der Naturheilkunde, Anleitung zum Studium der Diagnose aus dem Auge“. Darin beschreibt er seine Erfahrungen aus 20 Jahren diagnostischer und praktischer ärztlicher Tätigkeit. Er lehrte darin, dass die Irisdiagnostik eine Hilfe zur vergleichenden Diagnostik darstellt, d.h. Zeichen im Auge können also Hinweise geben, was noch abgeklärt werden muss.

Wie kam Dr. Peczely auf diese Methode?

Ein Schlüsselerlebnis in seiner Jugend beschreibt den Anfang seines Interesses:

„Meine Entdeckung war nicht die der Wissenschaft, sondern die Geburt eines Zufalls. In meinen jungen Jahren, im Jahre 1838, als Gewehrübungen, Reiten und Jagd meine Freiheit ausfüllten, schoss Ich eines Tages eine große Eule. Als feuriges junges Kind rannte Ich hin, um meine Beute aufzuheben. Ich fasste das an den Flügeln verwundete Tier an, aber es mich auch. Es bohrte seine große Kralle durch die Sehne meine linken Zeigefingers und Daumens, dessen Narben noch heute zu sehen sind. Vor Schmerz und Zorn versuchte ich alles, um dieser Zange herauszukommen. Ich fand es am besten, mit meiner freien rechten Hand das Bein der Eule zu brechen. Dies führte Ich durch, worauf sich bei der Eule das Entsprechende Auge mit Blut füllte. Ich trug das übrigens hübsche Tier heim, wo es sich bei guter Pflege alsbald erholte, aber in dem Auge blieb ein Fleck.“

Warum kann das Auge den gesamten Körper abbilden?

Zur Iris bestehen zahlreiche Nervenverbindungen, die sich aus dem gesamten Organismus an Ihr vereinen. Daher ist die Iris in der Lage aus allen Körperregionen Informationen zu erhalten und diese entsprechend umzusetzen bzw. zu zeigen. Ständig gestresste Orte des Körpers (durch Gifte, Entzündungen, etc.) spiegeln sich in der Iris wieder. Erfahrene Heilpraktiker können eine Erfolgsquote von fast 80% aufweisen (zum Vergleich: Ultraschall bietet nur 50%).

Herr Bochmann beschreibt die Methode der Irisdiagnose sehr anschaulich in unserem Video auf youtube.

J

Jin Shin Jyutsu ist eine japanische Form der Akupressur bzw. manuellen Therapie, die in Deutschland vor allem als Selbsthilfe- oder Heimtherapie bekannt ist. Die Heilmethode wurde ursprünglich von Jiro Murai zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Japan als Akupunktur ohne Nadeln entwickelt. In den Händen des erfahrenen Therapeuten bietet sie eine sehr wirksame Alternative oder Ergänzung zur Akupunktur. Ähnlich wie der japanische Akupunkteur, arbeitet der Jin Shin Jyutsu Therapeut nicht nach einer westlichen Symptomatik mit verschiedenen Punkteregimen, sondern entwickelt die individuelle Behandlung nach Untersuchung, Pulsdiagnose und Tastbefunden. Grundlage sind die Alten Klassiker wie der „Gelbe Kaiser“ und die besonderen, von Jiro Murai entwickelten Anwendungen. Jin Shin Jyutsu ist eine Behandlungsmethode, in der sowohl physische, funktionelle und psychische Beschwerden erfolgreich behandelt werden können. Es ist also auch als körpernahe Psychotherapie anwendbar.

K

Begründer der modernen Hydrotherapie

Am 17.Mai 1821 kam Sebastian Kneipp als Sohne einer armen Weberfamilie in Stephansried zu Welt. Bedingt durch die Armut seiner Familie musste Kneipp schon im jungen Alter von elf Jahren täglich mit am Webstuhl oder als Viehhirte im Dorf arbeiten. Trotz der Armut der Familie besuchte Kneipp die Dorfschule und wechselte danach in Sonn- und Feiertagsschule nach Ottobeuren. Den Mut zu einem Bruch gab ihm die Vernichtung seines Elternhauses durch eine Brand. Er verlor dabei sein Ersparnisse und sah im Heimatort keine Perspektive mehr.

In Grönenbach fand er eine Anstellung und Kaplan Matthias Merkle nahm sich seiner an. Durch intensive Unterweisung von Merkle in Latein, konnte Kneipp ab 1844 das Gymnasium in Dillingen besuchen. Hier schloss er mit hervorragenden Leistungen ab. Während seiner Gymnasialzeit erkrankte Kneipp an Tuberkulose (“Bluthusten“). 1848 nahm er sein Studium der Theologie in München auf. Gleich im ersten Jahr seines Studiums verschlechterte sich sein Zustand sehr. Durch Zufall entdeckte er das Buch von Johann Siegmund Hahn „Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers“ (1743) und kurierte sich im Selbstversuch durch mehrfaches kurzes Baden in der eiskalten Donau. Bestärkt durch seine Genesung behandelte er heimlich lungenerkrankte Kommilitonen. Sein Ehrgeiz und Interesse war nun vollends geweckt. Literaturstudium und ein reger Austausch bestärkten ihn in der Behandlung von Patienten.

1853 kam es jedoch zur ersten Anklage wegen Kurpfuscherei. Kneipp behandelte, obwohl er keinen Heilberuf erlernt hatte. Kneipp war Theologe mit dem Ziel, Menschen von Ihren Leiden zu erlösen bzw. diese zu mildern. Seine Karriere in der Kirche bescherte ihm bis dato drei Kaplanstellen. Vor Gericht erwirkte er das Zugeständnis, Patienten behandeln zu dürfen, die nachweislich keine Hilfe bei Ärzten oder Apothekern gefunden haben oder einfach zu arm seien, um sich einen Arzt zu leisten. Während der Choleraepidemie, die im gleichen Jahr ausbrach, half er selbstlos mit. Sein furchtloser Einsatz brachte ihm den Beinamen „Cholerakaplan“ ein.

1855 nahm Kneipp im Kloster Wörishofen die Funktion als Beichtvater und Hausgeistlicher ein. Er leitete die Mädchenschule des Dominikanerinnen-Klosters, unterrichtete selbst, gründete weitere Schulen, reformierte die Landwirtschaft in und um das Kloster. In der eigenen Badestube behandelte er Gäste des Klosters. Sein Ruf eilte ihm bald voraus und es kamen immer mehr Hilfesuchende nach Wörishofen. Wörishofen florierte und entwickelte sich zum Kurort der Kneippschen Anwendungen.

Die folgenden Jahre waren geprägt von Reisen durch Europa, durch welche seine nunmehr immer weiter ausdifferenzierte Methode immer bekannter wurde. Dankbare Patienten und Spenden von überzeugten Kneipp-Anhängern erlaubten ihm u.a. die Förderung von Kranken- und Waisenhäusern. Kneipp bestand zeitlebens darauf, mittellose und Waisenkinder kostenfrei zu behandeln.

Sebastian Kneipp starb im Alter von 76 am 17.06.1897 in Wörishofen. Noch heute erinnert ein Kneipp-Museum im Kloster der Dominikanerinnen an das Leben und Wirken Sebastian Kneipps.

L

Ein wertvoller Begleiter während der Fastenzeit

Denken Sie beim Wort „Löwenzahn“ auch zuerst an Peter Lustig? Dachte ich mir. Als treuer Begleiter meiner Kinderzeit fasziniert mich der sympathische Latzhosenträger bis heute. Nicht nur das er interessante Geschichten aus Natur, Umwelt und Technik parat hatte – er konnte auch die kompliziertesten Dinge einfach erklären. Die kultige Sendung schaue ich mir auch heute noch gerne zusammen mit meinen Kindern an.

Trotz des tierischen Namens ist der Löwenzahn höchstens für penible Gartenbesitzer gefährlich, die sich um ihren grünen Rasen sorgen. Beim Löwenzahn (lat. taraxacum offizinale) handelt es sich vielmehr um eine äußerst wertvolle Heilpflanze, die bereits seit vielen Jahrhunderten zur Anwendung kommt.

Laut Paracelsus kann man vom äußeren Erscheinungsbild auf die Wirkung einer Pflanze schließen. Beim Löwenzahn trifft das tatsächlich zu. Bereits im Mittelalter wurde die Pflanze erfolgreich zur Behandlung von Gelbsucht (eine Leberkrankheit) eingesetzt. Ebenso ist die harntreibende Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen. Daneben besitzt der Löwenzahn noch viele weitere therapeutische Fähigkeiten, die auch aktuell zum Einsatz kommen.

Denn momentan befinden wir uns in der Fastenzeit. Man besinnt sich vielerorts der körperlichen Entsagung und strebt die Reinigung von Körper, Geist und Seele an. Da kann eine Kur mit frisch gepresstem Löwenzahnsaft bei der Entschlackung unterstützen und die Frühjahrsmüdigkeit austreiben.

Da der Gehalt von Milchsaft im Frühjahr am höchsten ist, sammelt man das ganze Kraut am besten im März – vor der Blüte! Die folgende Press-Saft-Frühjahrskur aus den Wurzeln und Blättern hat sich sehr bewährt:

  • täglich 2 – 3 Esslöffel frisch gepressten Löwenzahn-Saft
  • mit Saft oder Wasser einnehmen

Die Frühjahrskur sollte etwa 4 – 6 Wochen durchgeführt werden. Sie wirkt verdauungsfördernd, entschlackend, blutreinigend und harntreibend. Wem das nicht zusagt, der kann Löwenzahn auch als frische Abwechslung in seinen Salat geben. Oder doch lieber als Gemüse? Die Blätter lassen sich wie Spinat kochen. Andere volkstümliche Namen die wir für Löwenzahn gefunden haben sind:

  • Pusteblume (warum wohl!? ;))
  • Hahnenspeck (Hühner fressen gerne Löwenzahn-Blätter)
  • Bettsescher oder Bettpisser (wegen der harntreibenden Wirkung)
  • Kuhscheiß (Kühe bekommen bei Verzehr großer Mengen Durchfall)
  • Milchblume, Milchkraut, Milchstock oder Kuhblume (wegen des weißen Saftes und auch wegen der höheren Milchleistung, die Kühe nach dem Verspeisen von Löwenzahn erbringen)
  • Schäfchenblume (weil der weiße wollige Pusteblumenkopf an Schäfchen erinnert)

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M – N

O

Ohrenkerzen (Hopi-Kerzen) sind mit Wachs getränkte Hohlröhrchen, die zur Entspannung und Regulation des vegetativen Nervensystems eingesetzt werden. Ihre Anwendung wird häufig mit den Hopi-Indianern in Verbindung gebracht, historisch belegt ist diese Herkunft jedoch nicht.

Während der Anwendung entstehen Wärme, Duftstoffe und ein leichter Unterdruck im Gehörgang, wodurch das Trommelfell sanft in Schwingung versetzt wird. Dies kann eine beruhigende und stressreduzierende Wirkung haben. Eine reinigende Wirkung des Gehörgangs ist hingegen nicht nachgewiesen.

Wichtige Hinweise: Die Anwendung sollte stets mit einer zweiten Person erfolgen. Achten Sie auf hochwertige, sichere Produkte (z. B. mit Filter) und schützen Sie Haut, Haare und Kleidung vor heißem Wachs.

Ausführliche Informationen zu Wirkung, Herkunft und Anwendung: siehe Blogbeitrag „Die Ohrenkerzen – beruhigende Wirkung und wichtige Anwendungshinweise“.

Diese Therapieform geht davon aus, dass sowohl körperliche, wie auch psychische Erkrankungen u.a. auf Mangelerscheinungen im Körper zurückgehen. Durch Gabe von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurelementen und Pflanzenstoffen wird versucht die körpereigenen Mechanismen und das Immunsystem zu regulieren und dadurch die Erkrankung zu heilen.

Ausführliche Informationen zu Wirkung und Anwendung: siehe Blogbeitrag „Orthomolekulare Medizin in der Heilpraktikerpraxis ‒ warum dieses Wissen unverzichtbar ist“.

P

Ignaz von Peczely und die Irisdiagnose

Die Irisdiagnose schließt eine wichtige diagnostische Lücke, denn das Auge verrät konstitutionsbedingte Schwächen, aber auch individuelle Stärken. Bei der Irisdiagnose werden Farbe, individuelle Zeichen (Waben, Krypten, Lakunen und Defektzeichen), Zustand der Sklera und Regenbogenhaut beurteilt, um dann eine passende Verordnung bzw. Therapie einzuleiten.

In der modernen Naturheilpraxis bedient man sich der bildgebenden Technik, um die Hinweise der Iris deutlich zu erkennen. Das Auge wird fotografiert und anschließend kann es ggf. gemeinsam mit dem Patienten auf dem Monitor ausgewertet werden. Vorteil ist hier die vergrößerte Darstellung der Iris und das erweiterte Zeitfenster zur Beurteilung.

Der Begründer der Irisdiagnose ist ein junger Azrt aus Budapest. Ignaz von Peczely (1826-1911) veröffentlihte erst nach langer Zeit seine in deutsch verfasste Broschüre „Entdeckungen auf dem Gebiet der Naturheilkunde, Anleitung zum Studium der Diagnose aus dem Auge“. Darin beschreibt er seine Erfahrungen aus 20 Jahren diagnostischer und praktischer ärztlicher Tätigkeit. Er lehrte darin, dass die Irisdiagnostik eine Hilfe zur vergleichenden Diagnostik darstellt, d.h. Zeichen im Auge können also Hinweise geben, was noch abgeklärt werden muss.

Wie kam Dr. Peczely auf diese Methode?

Ein Schlüsselerlebnis in seiner Jugend beschreibt den Anfang seines Interesses:

„Meine Entdeckung war nicht die der Wissenschaft, sondern die Geburt eines Zufalls. In meinen jungen Jahren, im Jahre 1838, als Gewehrübungen, Reiten und Jagd meine Freiheit ausfüllten, schoss Ich eines Tages eine große Eule. Als feuriges junges Kind rannte Ich hin, um meine Beute aufzuheben. Ich fasste das an den Flügeln verwundete Tier an, aber es mich auch. Es bohrte seine große Kralle durch die Sehne meine linken Zeigefingers und Daumens, dessen Narben noch heute zu sehen sind. Vor Schmerz und Zorn versuchte ich alles, um dieser Zange herauszukommen. Ich fand es am besten, mit meiner freien rechten Hand das Bein der Eule zu brechen. Dies führte Ich durch, worauf sich bei der Eule das Entsprechende Auge mit Blut füllte. Ich trug das übrigens hübsche Tier heim, wo es sich bei guter Pflege alsbald erholte, aber in dem Auge blieb ein Fleck.“

Warum kann das Auge den gesamten Körper abbilden?

Zur Iris bestehen zahlreiche Nervenverbindungen, die sich aus dem gesamten Organismus an Ihr vereinen. Daher ist die Iris in der Lage aus allen Körperregionen Informationen zu erhalten und diese entsprechend umzusetzen bzw. zu zeigen. Ständig gestresste Orte des Körpers (durch Gifte, Entzündungen, etc.) spiegeln sich in der Iris wieder. Erfahrene Heilpraktiker können eine Erfolgsquote von fast 80% aufweisen (zum Vergleich: Ultraschall bietet nur 50%).

Herr Bochmann beschreibt die Methode der Irisdiagnose sehr anschaulich in unserem Video auf youtube.

Vater der Naturheilkunde

Priessnitz_kleinAm 04.10.1790 wurde Vincenz Prießnitz als Jüngstes von sechs Kindern in einfachen bäuerlichen Verhältnissen in Gräfenberg / Schlesien geboren. Seinen Schulbesuch musste der junge Prießnitz schon sehr früh aufgeben, da durch den Tod des ältesten Bruders und die Erblindung des Vaters seine Hilfe auf dem elterlichen Hof unabdingbar war. Durch seine ausgezeichnete Beobachtungsgabe, seinen Scharfsinn und einem sehr guten Gedächtnis bemerkte er schon früh, dass Tiere erfolgreich durch kalte Wasseranwendungen von der Dorfbevölkerung kuriert wurden.

Mit 17 Jahren erlitt er einen schweren Unfall. Ein scheuendes Pferd warf ihn ab und der angehängte Wagen überrollte den jungen Mann. Prießnitz brach sich dabei zwei Rippen, seine Verletzungen waren so stark, dass die herbeigerufenen Wundärzte ihn als nicht behandlungsfähig einschätzten. Aus der not heraus, renkte er sich die beiden Rippen selbst ein, fixierte diese mit einem in kaltes Wasser getränkten Tuch und schlang noch weitere trockene Tücher darüber. Dies war die Geburtsstunde des sog. Prießnitz-Umschlages. Ohne entsprechende Fixierung ist diese Verletzung lebensgefährlich. Die Gesundung sprach für seine Methode und recht rasch sprach sich der Erfolg des „Wasserdoktors“ herum. Bereits mit 19 reiste er schon nach Böhmen und Mähren, um Patienten zu behandeln.

Die nüchterne Analyse seiner Methode gibt ihm recht: Das Auswaschen frischer wunden mit kaltem Wasser sowie das anschließende abdecken mit in kaltem Wasser getauchten Umschlägen, hemmt das Bakterienwachstum und fördert die lokale Durchblutung/ Hyperämie, wodurch die Heilung gefördert wird.

1826 kamen dann die ersten Kranken in seinen Heimatort Gräfenberg, worauf er alsbald ein Badehaus erbauen ließ. Dort behandelte er eigenhändig die hilfesuchenden angereisten Kranken. Dies blieb selbstverständlich nicht unbeobachtete und Prießnitz wurde 1829 der Kurpfuscherei angeklagt. Nachdem sich aber das Gericht davon überzeugte, dass er ausschließlich mit Wasser kuriert und keine Medikamente anwendete, weder äußerlich noch innerlich, erteilet ihm die österreichische Regierung die Erlaubnis Kranke nach seiner Methode zu behandeln. Nun war der Durchbruch endgültig gelungen, seine Patientenzahl stieg innerhalb von 10 Jahren von knapp 50 auf etwas 2000 an. In seiner gesamten Therapielaufbahn behandelte er etwa 36.000 Patienten.Die steigende Nachfrage blieb nicht ohne Folgen: Im Badehaus wurde ein großes zehn Meter langes Becken eingebaut, ein Brunnen wurde integriert und eine weitere Anstalt gebaut. Bis heute existiert die von ihm gegründete Kuranstalt in Bad Gräfenberg (Lázně Jeseník).

Neben der Hydrotherapie verordnete Prießnitz seinen Patienten „Luftbäder“, Barfußgehen, einfache bäuerliche Kleidung und deftige Ernährung, aber auch Diäten mit kalten, ungewürzten Speisen gehörten zu seinen Therapieplänen. Auch die Kräftigung der Abwehrkräfte, wie wir sie von Kneipp kennen, erreichte Prießnitz mit eiskalten Duschen, wobei das Wasser manchmal auch aus mehreren Metern Höhe sich auf die Patienten ergoss. Trinkkuren, Schwitzkuren, Klistiere und Bäder rundeten das Programm in er Badeanstalt ab.

1848 erlitt Prießnitz einen Schlaganfall, von dem er sich nicht erholte und an dessen Folgen er vermutlich am 28.11.1852 in Gräfenberg verstarb. Er hinterließ keine Publikationen, außer das 1847 diktierte Vinzenz Prießnitz’sche Familien Wasserbuch, welches er für seine Tochter Hedwig anfertigen ließ.

Q – R

S

Schröpfen ist ein traditionelles Ausleitungsverfahren, bei dem durch Unterdruck in aufgesetzten Gläsern die Durchblutung von Haut und Gewebe angeregt wird. Es zählt zu den ältesten Therapieverfahren und wurde bereits in der Antike angewendet.

Man unterscheidet zwischen blutigem Schröpfen, trockenem Schröpfen und Schröpfmassage. Besonders häufig kommt es bei Verspannungen, Schmerzen und Durchblutungsstörungen zum Einsatz. Ziel ist es, lokale Spannungszustände zu lösen und den Stoffwechsel im behandelten Bereich zu fördern.

Heute wird Schröpfen vor allem in der Naturheilkunde eingesetzt und hat sich insbesondere bei muskulären Beschwerden bewährt.

Ausführliche Informationen zu Geschichte, Wirkweise und Anwendung: siehe Blogbeitrag „Das Schröpfen – Ausleitung durch Unterdruck“.

Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) war ein deutscher Arzt und Begründer der sogenannten Biochemie nach Schüßler. Er entwickelte im 19. Jahrhundert ein Therapiekonzept, das auf der Annahme beruht, dass Störungen im Mineralstoffhaushalt der Zellen Krankheiten verursachen können.

Schüßler definierte zwölf Mineralsalze als essenziell für die Zellfunktion und setzte diese in potenzierter Form therapeutisch ein. Seine Methode verstand er als vereinfachte Alternative zur Homöopathie, wobei er besonderen Wert auf eine gezielte und reduzierte Mittelauswahl legte.

Bis heute finden die Schüßlersalze Anwendung in der Naturheilkunde.

Ausführliche Informationen zu Leben, Lehre und Bedeutung: siehe Blogbeitrag „Wilhelm Heinrich Schüßler – Erfinder der Schüßlersalze“.

Spagyrik ist eine ganzheitliche Therapie für Körper, Seele und Geist. Das aus dem Griechischen stammende Wort Spagyrik bedeutet, trennen und wieder zusammenführen. Die Behandlungsmethode hat ihre Wurzeln im Mittelalter. Sie geht auf den Arzt, Naturforscher und Philosophen Paracelsus (1493 – 1541) zurück, der als ihr bedeutendster Anwender im späten Mittelalter gilt. Als Nachfolger von Paracelsus hat Dr. Carl-Friedrich Zimpel (1801 – 1879) die Methode im 19. Jahrhundert weiterentwickelt. Spagyrik ist die Brücke zwischen klassischer Homöopathie und moderner Pflanzenheilkunde.

Durch das spezielle Herstellungsverfahren: Gärung, Destillation und Veraschung werden aus einer Heilpflanze ätherische Öle, Mineralstoffe und die eigentlichen Heilwirkstoffe gewonnen. Alle Bestandteile werden anschließend zu einer Essenz wieder zusammengeführt.

Mit dieser Verfahrensweise wirken Spagyrische Mittel auf drei Ebenen.

– körperlich: Salz das unverbrennbare, kristallin, erdig, körpergebende, fixes Prinzip

– seelisch: Öl verbrennbar, fettig, beseelend, charakterisierend, individuell, flüchtig u. fixes Prinzip

– geistig: Alkohol (nur in der Pflanzenspagyrik) geistig, lebensspendend, vermittelnd, expansiv, flüchtiges Prinzip

Das Grundprinzip ist dabei, den aus dem Gleichgewicht geratenen Körper mit Hilfe der Heilkraft von individuellen pflanzlichen Mischungen wieder in seine Balance zurückzubegleiten.

Spagyrische Urtinkturen nach Dr. Zimpel sind frei von toxischen Stoffen und können daher sogar unverdünnt angewendet werden, selbst bei verarbeiteten Giftpflanzen (z.B. Nux vomica). Auch Allergien auslösende Stoffe/Pollen sind in den spagyrischen Urtinkturen in der Regel nicht enthalten.

Spagyrische Mittel werden  meist in flüssiger Form in Alkohol und Wasser, als Spray oder in einer Tropfflasche angeboten. Muss auf jeden Fall Alkohol vermieden werden, kann der Apotheker die Urtinktur auch auf Globulis sprühen. Bezogen werden die Mittel über Apotheken bzw. vom  Heilpraktiker z.T. direkt bei den Herstellern.

T

Tigergras (Centella asiatica), auch asiatischer Wassernabel genannt, ist eine bedeutende Heilpflanze der ayurvedischen Medizin. Sie wird traditionell innerlich und äußerlich angewendet, insbesondere bei Hauterkrankungen, Wundheilungsstörungen, Venenbeschwerden und Nervosität.

Wichtige Inhaltsstoffe wie Asiaticosid wirken antibakteriell, fördern die Kollagenbildung und unterstützen die Regeneration von Gewebe. Daher findet Tigergras auch in der modernen Hautpflege Anwendung, z. B. zur Hautstraffung und bei reifer Haut.

Hinweis: Eine Überdosierung kann Nebenwirkungen verursachen; während Schwangerschaft und Stillzeit sollte Tigergras nicht angewendet werden.

Ausführliche Informationen zu Wirkung, Anwendung und Herkunft: siehe Blogbeitrag „Tigergras – eine der wichtigsten Heilpflanzen in Asien“.

U

V

Das Veilchen (Viola odorata) ist eine traditionsreiche Heil- und Duftpflanze, die bereits in der Antike geschätzt wurde. Heute wird es vor allem in der Naturheilkunde bei Erkältungsbeschwerden wie Husten und Bronchitis eingesetzt.

Seine Wirkung beruht auf Inhaltsstoffen wie Schleimstoffen, ätherischen Ölen, Saponinen und Flavonoiden. Diese wirken u. a. schleimlösend, auswurffördernd und mild entzündungshemmend.

Veilchen bevorzugen schattige Standorte und werden auch in der Pflanzenheilkunde sowie in der Parfümherstellung genutzt.

Ausführliche Informationen zu Wirkung, Anwendung und Rezepten: siehe Blogbeitrag „Das Veilchen – duftende Heilpflanze mit langer Tradition“.

W – Z

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