Welche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Alternative Heilmethoden?

Welche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Alternative Heilmethoden?

Alternative Heilmethoden gehören in der Regel nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Immer mehr Krankenkassen öffnen sich den naturheilkundlichen Behandlungen und entsprechen damit dem Wunsch vieler Krankenkassenmitglieder. Wir haben uns die Leistungskataloge einzelner gesetzlicher Krankenkassen angeschaut.

Die Akupunkturbehandlung wird von einem Großteil der Ersatzkassen, Knappschaften, Innungs- und allgemeinen Ortskrankenkassen übernommen, jedoch eingeschränkt auf chronische Schmerzen im Lendenwirbelbereich oder Kniegelenk.

Nahezu alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen eine homöopathische Behandlung. Die Therapie darf in der Regel nur durch einen Vertragsarzt mit homöopathischer Zusatzausbildung durchgeführt werden. Die IKK BB, IKK Südwest und TK sind nach unseren Recherchen die einzigen gesetzlichen Krankenkassen, welche die Kosten auch tragen, wenn ein ausgebildeter Heilpraktiker die homöopathische Behandlung durchführt.

Auch die Osteopathie ist ein fester Bestandteil in den meisten Leistungskatalogen. Hier liegen die Einschränkungen in der Häufigkeit der Sitzungen pro Jahr und maximalen Kosten je Sitzung. Großen Wert legen die Krankenkassen auf die Ausbildung der Therapeuten und bieten umfangreiche Listen und Recherchemöglichkeiten an.

Weitere naturheilkundliche und alternative Therapien werden durch Zusatzangebote der Krankenkassen teilweise übernommen. Bei der Entscheidung für eine Krankenkasse lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in die Leistungskataloge. Viele Krankenkassen informieren darüber hinaus sehr umfangreich über die alternativen Heilverfahren.

Übersicht Krankenkasse und deren Leistungen

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule, die bis zum Kniegelenk ausstrahlen oder bei chronischen Schmerzen im Kniegelenk durch vorzeitigen Verschleiß der knorpeligen Flächen (Gonarthrose).  Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen und ein Arzt über eine entsprechende Akupunktur-Zusatzausbildung verfügt sowie Qualifikationen in der Schmerztherapie und Psychosomatik nachweisen kann.
  • Homöopathie: Kostenübernahme für homöopathische Behandlungen beim Vertragsarzt, der über eine Homöopathie-Zusatzqualifikation verfügt.
  • Osteopathie: Bis zu drei Behandlungen im Kalenderjahr bis zu 180,00 EUR, pro Behandlung 90 Prozent der Kosten, maximal 60,00 EUR, wenn eine ärztliche Bescheinigung vorliegt, die nicht älter als 12 Monate ist und der behandelnde Therapeut auf Grund seiner Qualifikation Mitglied eines Verbandes der Osteopathen sein kann.

www.aok.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: bei chronischen Lendenwirbelsäulenschmerzen und durch Gonarthrose verursachten chronischen Kniegelenksschmerzen werden die Kosten für zehn Akupunktursitzungen bei einem Vertragsarzt übernommen, wenn die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen. In begründeten Ausnahmefällen sind fünf weitere Sitzungen möglich.
  • Homöopathie: Kostenübernahme möglich, vorher ist die Krankenkasse über das Prozedere zu informieren
  • Osteopathie: keine Leistung der Krankenkasse, ist also privat zu zahlen.

www.barmer.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder im Kniegelenk, wenn die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen
  • Homöopathie: Anamnese, Behandlung und Beratung durch einen Vertragsarzt mit entsprechender Zusatzausbildung. Die Kosten einer homöopathischen Behandlung bei einem Heilpraktiker können nicht übernommen werden.
  • Osteopathie: maximal vier Sitzungen pro Jahr mit jeweils 40,00 EUR, wenn eine ärztliche Empfehlung für eine osteopathische Behandlung vorliegt

Zusatzangebot:

Die BIG direkt bietet mit dem zusätzlichen Wahltarif BIGselect Natur an, Kosten für anthroposophische, homöopathische oder phytotherapeutische (pflanzliche) Arzneimittel zu übernehmen.

www.big-direkt.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: Kostenübernahme der Körper-Akupunktur im Rahmen einer umfassenden Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Knieschmerzen aufgrund von Arthrose. Voraussetzung für die Behandlung ist, dass sie durch einen ausgebildeten Arzt durchgeführt wird und dass die Schmerzen länger als sechs Monate bestehen.
  • Homöopathie: wenn ein Vertragsarzt mit einer anerkannten Zusatzausbildung in der homöopathischen Medizin die Behandlung durchführt, können die Leistungen zu einem Teil abgerechnet werden. Eine aufwendige homöopathische Behandlung wird privat berechnet. Kosten für Behandlungen bei einem Heilpraktiker werden nicht übernommen.
  • Osteopathie: keine Informationen verfügbar.

Zusatzangebot:

In der Deutschen Klinik für Integrative Medizin und Naturheilverfahren stehen naturheilkundliche und gesundheitsorientierte Therapien im Mittelpunkt. Da die Klinik eine Vertragseinrichtung der DAK-Gesundheit ist, übernimmt die DAK die Kosten für die Behandlung.

Wenn die Behandlung von einem Vertragsarzt durchgeführt wird, der nach den Grundsätzen der anthroposophischen Medizin behandelt, wird die Behandlung über die DAK-Versichertenkarte abgerechnet.

Wenn ein Vertragsarzt der DAK-Gesundheit, der die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“ trägt, die Behandlung durchführt, muss nur die DAK-Versichertenkarte vorgelegt werden. Die Kosten für die Behandlung werden übernommen. Die DAK weist darauf hin, dass Chiropraktiker nicht notwendigerweise ausgebildeten Ärzte sind, sondern zum Beispiel Heilpraktiker. In diesen Fällen zahlt die DAK-Gesundheit die Chirotherapie nicht.

www.dak.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: keine detaillierten Informationen auf der Website verfügbar
  • Homöopathie: Anamnese, Behandlung und Beratung durch einen Vertragsarzt der IKK Brandenburg und Berlin
  • Osteopathie: mit ärztlicher Empfehlung werden maximal 200,00 EUR pro Jahr übernommen

Zusatzangebot:

Die IKK BB erstattet IKK-Versicherten im Rahmen des IKK BB-Naturheilkontos 80 Prozent des Rechnungsbetrages, maximal 150,00 EUR pro Jahr für frei wählbare ambulante Naturheiltherapien.

Voraussetzung für eine Übernahme der Kosten durch das IKK BB-Naturheilkonto ist, dass die Behandlung qualitätsgesichert von qualifizierten Leistungserbringern durchgeführt wird:

  • Approbierte Privat- oder Vertragsärzte mit Zusatzbezeichnung der Ärztekammer wie z. B. für Naturheilkunde, Chirotherapie oder Akupunktur
  • Heilpraktiker mit Berufserlaubnis und ordentlicher Mitgliedschaft in einem Berufs- oder Fachverband bzw. Verein der Fachrichtung Naturheilkunde
  • Physiotherapeuten mit eingeschränkter Heilpraktiker-Erlaubnis für den Bereich der Physiotherapie und ordentlicher Mitgliedschaft in einem Berufs- oder Fachverband bzw. Verein der Fachrichtung Physiotherapie. Hierbei muss die physikalische Maßnahme aus der Naturheilkunde durch eine dazu berechtigte Person erfolgt sein.

www.ikkbb.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: bei chronischen Schmerzen entzündlicher Gelenkerkrankungen (Knie) oder der Lendenwirbelsäule. Bis zu 10 Behandlungen, bei medizinischer Notwendigkeit bis zu 15 Behandlungen im Jahr, sind abrechnungsfähig.
  • Homöopathie: nur als zusätzliche Privatleistung
  • Osteopathie: nur als zusätzliche Privatleistung

Zusatzangebot:

Im Rahmen des IKK Gesundheitskontos können die Kosten für Homöopathie übernommen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Behandlung qualitätsgesichert von einem qualifizierten Leistungserbringer (z. B. Arzt oder Heilpraktiker) durchgeführt wird.

Leistungen im Bereich Osteopathie werden in Höhe von 100 % des Rechnungsbetrages erstattet, höchstens 30 Euro je Sitzung und maximal bis zur Höhe des aktuell zur Verfügung stehenden Guthabens des Gesundheitskontos.

Die IKK Südwest bietet mit dem Gesundheitskonto eine umfangreiche Kostenübernahme naturheilkundlicher Therapieverfahren an, welche durch einen Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden.

www.ikk-suedwest.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbel oder des Kniegelenks
  • Homöopathie: Kostenübernahme unter bestimmten Rahmenbedingungen möglich
  • Osteopathie: 80 Prozent der anfallenden Kosten für sechs Sitzungen im Kalenderjahr, höchstens aber 60,00 EUR je Sitzung werden erstattet, wenn der Leistungserbringer eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in Osteopathie im Umfang von mindestens 1.350 Stunden nachweisen kann.

Zusatzangebot:

Für Kinder und Jugendliche bietet die IKK gesund plus in dem Mehrleistungspaket einen zusätzlichen Vorteil: Nicht verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige Arzneimittel zur homöopathischen, phytotherapeutischen und anthroposophischen Behandlung werden in vollem Umfang von der IKK gesund plus erstattet.

www.ikk-gesundplus.de

Keine Informationen zu alternativen Heilverfahren auf der Website verfügbar.

www.ikk-nord.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: bei chronischen Schmerzen im Lendenwirbelbereich und im Kniegelenk, die mindestens sechs Monate bestehen.
  • Homöopathie: Zu den Leistungen gehören die homöopathische Erst- bzw. Folgeanamnese, die Analyse und Beratung sowie die Auswahl der Arzneien durch Repertorisation entsprechend dem Krankheitsbild.
  • Osteopathie: im Rahmen der finanziellen Erstattung über das IKK Gesundheitskonto bis zu 160,00 EUR je Kalenderjahr und Versicherten für osteopathische Behandlungen. Dabei werden vier Behandlungen mit maximal 40,00 EUR je Behandlung erstattet.

www.ikk-classic.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: Behandlung durch einen Arzt bei chronischen Schmerzen in mindestens einem Kniegelenk durch Gonarthrose, die seit mindestens 6 Monaten bestehen, weiterhin bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule, die seit mindestens 6 Monaten bestehen und bis maximal zum Kniegelenk ausstrahlen (pseudoradikulärer Schmerz). Dabei dürfen die Schmerzen nicht nur in einzelnen Segmenten der Wirbelsäule auftreten.
  • Homöopathie: keine Informationen verfügbar.
  • Osteopathie: Keine direkte Information zur Kostenübernahme. Die Osteopathie gehört derzeit noch nicht zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Qualität der Behandlung hängt stark von der Qualifikation des einzelnen Leistungserbringers ab.

Zusatzangebot:

Die KKH weist darauf hin, dass die Kosten für eine Heilpraktikerbehandlung selbst zu tragen sind.

www.kkh.de

Leistungskatalog:

  • Akupunktur: bei chronischen Lendenwirbelsäulenschmerzen und durch Gonarthrose verursachten chronischen Kniegelenksschmerzen werden die Kosten für zehn Akupunktursitzungen bei einem Vertragsarzt übernommen, wenn die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen.
  • Homöopathie: über einen Zeitraum von 24 Monaten ab Erstbehandlung bei Ärzten ohne zusätzliche Kosten. Nach den 24 Monaten folgt ein Ruhejahr. Behandlungen bei einem Heilpraktiker übernimmt die TK nicht.
  • Osteopathie: Zuschuss für maximal drei osteopathische Behandlungen pro Kalenderjahr, maximal 40,00 EUR pro Sitzung, jedoch nicht mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten.

Zusatzangebot:

TK-Tarif Natur-Arznei: Über den gesetzlichen Rahmen hinaus erstattet die TK als besondere Mehrleistung die Kosten für alternative Arzneimittel bis zu einem Höchstbetrag von 200,00 EUR pro Versichertem und Kalenderjahr.

Kombitarife zur Pflichtversicherung übernehmen teilweise Heilpraktikerleistungen inklusive verordneter Arzneien.

www.tk.de

Ausführliche Informationen zu den Leistungen der Krankenkassen sind auf den jeweiligen Websites abzurufen.

Die Deutsche Heilpraktikerschule bildet an über 20 Standorten bundesweit Heilpraktiker aus. In regelmäßigen Infoabenden geben wir nicht nur Auskunft über die Heilpraktikerausbildung, sondern auch über naturheilkundliche Therapieverfahren. In der Leipziger Zentrale präsentieren wir am Tag der offenen Tür ein umfangreiches Programm zu Alternativen Heilmethoden.

Unsere Weiterbildungen und Fachseminare können auch von interessierten Laien besucht werden, beispielsweise die Fachausbildungen Phytotherapie oder Homöopathie. Darüber hinaus bieten unsere Fernlehrgänge die Möglichkeit, sich in naturheilkundlichen Themen weiterzubilden.

Gern beraten wir Sie zu Ihrem individuellen Ausbildungskonzept. >>> Beratungsgespräch vereinbaren

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Heilpraktikerausbildungen:


Dieser Beitrag wurde von Kati Fritzsche verfasst. Foto: Istock

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