Hilfe, ein Herpes an der Lippe! – Ein homöopathischer Blickwinkel

Momentan sind acht verschiedene Herpesviren bekannt, bei allen handelt es sich um DNA-Viren. Das Herpes Simplex Virus #1, kurz HSV1, wird oral oder durch Schmierinfektion und Küsse übertragen und verursacht unter anderem Bläschen an den Lippen. Wer sich mit Herpesviren infiziert, trägt sie ein Leben lang in sich. Denn nach einer ersten Infektion nisten sich die Herpesviren im Nervensystem ein. Das HSV1 kann im Ganglion trigeminale gefunden werden, ein Nervenzentrum im Kopfbereich, von dem aus die drei Äste des Nervus trigeminus sich in das Gesicht verzweigen. Dort wartet es dann auf eine Reaktivierung.

Und dann kommt er wieder

Auslöser dafür, dass ein Herpes labialis zurückkommt, sind:

  • UV-Licht, also starke Sonneneinstrahlung,
  • Fieber
  • oder auch psychischer Stress.

Wie der Mechanismus genau funktioniert, wird momentan erforscht. Hier kann die Schulmedizin noch nicht mit einer Behandlung gegen das Einnisten im Nervensystem aufwarten. Erst wenn der Herpes wieder auf der Lippe auftaucht, wird er behandelt, in der Regel mit einem Virostatikum wie zum Beispiel Aciclovir.

Hilft Homöopathie auch gegen Herpes labialis?

Es lohnt sich aber, auch eine homöopathische Behandlung in Betracht zu ziehen. Für die Wahl des richtigen Mittels schaut man sich die Bläschen genau an:

  • Haben sie einen roten Hof,
  • sind sie mit Eiter
  • oder wässriger Flüssigkeit gefüllt?

Auch weitere Symptome werden betrachtet:

  • Wie sehen die Lippen
  • oder die Mundwinkel aus?

Und selbstverständlich sind auch die psychischen Symptome wichtig:

  • Ist ein Patient traurig, weil jemand verstorben ist?
  • Ist eine Patientin ängstlich im Dunkeln oder gibt es Angst gepaart mit Unruhe?

Eventuell gibt es auch Modalitäten, welche verbessern oder verschlechtern:

  • Gesellschaft oder Alleinsein,
  • trockenes oder nasses Wetter,
  • warme Behandlung oder kaltes Waschen,
  • welche Art von Stress haben Einfluss auf die Reaktivierung des Herpesvirus?

Nat.-mur, Rhus-tox. oder Sepia?

Oftmals gibt es zwei Mittel, die gut passen könnten:

  • Brennen die Bläschen und die Patientin hat Angst, könnten Arsenicum album oder Phosphorus in Fragen kommen.
  • Gibt es zusätzlich Risse in den zu trockenen Lippen, wählt man Natrium muriaticum oder Sepia. Besonders, wenn der Herpes jedes Jahr wieder beim bloßen Gedanken an einen schlecht gespülten Glühweinbecher auf dem Weihnachtsmarkt auftaucht.
  • Bei einem Lippenherpes mit Eiter unter den Krusten, die einen roten Hof haben und immer im Herbst auftreten, könnten Mezereum oder Rhus toxicodendron

Wenn die Auswahl schwerfällt

Wenn man sein Mittel mit einem homöopathischen Ratgeber nicht eindeutig finden kann, dann sollte man sich besser nicht selbst behandeln. Auch Menschen mit Immunschwäche, sehr kleine Kinder oder sehr alte Menschen mit wiederkehrenden Herpesinfektionen sollten sich Hilfe suchen. Ein Heilpraktiker mit umfangreicher Ausbildung in Homöopathie, die homöopathische Hausärztin oder eine Angestellte in der Naturheil-Apotheke fragt dann ganz genau nach und findet ein individuelles Mittel.

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Heilpraktikerausbildungen:

Dieser Beitrag wurde von Dr. rer. nat. Bettina Klingner verfasst. Sie ist Dozentin für die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie an der Deutschen Heilpraktikerschule Aschaffenburg.

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