Menopause in der Homöopathie

Menopause in der Homöopathie

Die Menopause bezeichnet seit fast 200 Jahren den Zeitraum der Hormonumstellung der Frau, in dem die Monatsblutung nicht mehr ausgelöst wird und die Fruchtbarkeit der Frau endet. Im ursprünglichen Sinn ist nur die Phase der Umstellung gemeint. Man kann also die Phase der Umstellung von der Phase der Postmenopause unterscheiden.

Für die Homöopathie ist diese Unterscheidung tatsächlich wichtig. Setzen bei der Frau die Hormonschwankungen ein und kündigt sich die Zeit der Menopause an, sind Beschwerden wie Gewichtszunahme, unregelmäßiger Zyklus, ausbleibende Blutung mit permanenter PMS, vermehrte Blutungen, zunehmende Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen Anzeichen dafür. Dabei ist es wichtig, zwischen dem natürlichen Einsetzen und der kurzen, intensiven Phase nach einer operativen Entfernung der Ovarien zu unterscheiden. Letzteres reguliert sich erfahrungsgemäß bei intensiveren Beschwerden nach relativ kurzer Zeit von allein. Wichtige Antagonisten im hormonellen Regelkreis existieren nach der Entfernung der Eierstöcke nicht mehr, wogegen bei einem natürlichen Ende der Fruchtbarkeit deren Konzentration sinkt und weiter Schwankungen unterliegt.

Welche homöopathischen Mittel können eingesetzt werden?

Diese Umstellung kann man als Akutphase verstehen und die starken Symptome mit einem passenden, gut gewählten Mittel lindern. Es gibt viele homöopathische Arzneimittel, die diese Beschwerden abdecken und somit eingesetzt werden können, allen voran die pflanzlichen Mittel wie Cimicifuga, China, Cocculus Crocus, Cactus grandiflorus, Tabaccum oder Pulsatilla. Wie bei jeder homöopathischen Therapie sollten die Symptome des Arzneimittels, nachzulesen in Arzneimittellehren, die der Frau weitgehend abdecken.

Die natürliche Phase der Menopause und deren Vorboten können die Frau über Monate beeinträchtigen. Nicht nur die körperlichen Zeichen belasten. Während manch eine Frau das Ende der Monatsblutung herbeisehnt und sich befreit fühlt, sehen sich andere mit dem Ende der eigenen Fruchtbarkeit konfrontiert. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Menopause unerwartet zeitig, in seltenen Fällen bereits mit Anfang 40, einsetzt. Hier kollidiert die moderne Familien- und Karriereplanung mit der natürlichen Bereitschaft des weiblichen Körpers zur Fruchtbarkeit.

In einem solchen Fall können auch eine tiefe persönliche Krise und zusätzliche Symptome, wie z.B. Trauer, Angst und Unsicherheit ausgelöst werden. Diese Krise sollte tatsächlich in die Therapie einbezogen und therapeutisch abgeklärt werden, ob es sich um einen zweiten, unabhängigen Prozess handelt. Das Arzneimittel Lachesis kann gut helfen, wenn in der Phase heftige Blutungen mit einem Verlustgefühl einhergehen. Auch häufig angezeigt ist Sepia. Wenn Beschwerden wie Hitzewellen oder Gewichtszunahme weiter anhalten und noch Jahre nach der Menopause auftreten, sind wir im Bereich der Konstitutionstherapie. Hier wirkt das Konstitutionsmittel regulierend und beruhigend.

Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass homöopathische Arzneimittel niemals vorbeugend gegeben werden und nur solange der Bedarf erkennbar ist und das Mittel auch wirkt. Wochenlange Einnahmen ohne Wirkung sind sinnlos, ja können sogar die Neuregulation des Hormonsystems behindern.

 

Hier finden Sie alle Informationen zu unserer Ausbildung Klassische Homöopathie im Fernlehrgang.

 

Dieser Beitrag wurde von Dr. Martina Hanner, Tutorin der Ausbildung Klassische Homöopathie im Fernlehrgang, verfasst.

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