… damit ich sie besser zur Ohrakupunktur nutzen kann!

… damit ich sie besser zur Ohrakupunktur nutzen kann!

Großmutter, was hast du so große Ohren? …damit ich sie besser zur Ohrakupunktur nutzen kann! Auch so hätten die Brüder Grimm das Märchen schreiben können. Nun wissen wir aber alle, wie die Geschichte endet…

Geschichte der Ohrakupunktur

Denn lange vor den Brüdern Grimm fanden bereits die alten Ägypter heraus, dass das Ohr, besser gesagt die Ohrmuschel, therapeutisch genutzt werden kann. Das gilt im Übrigen auch für das Ohr des Wolfes. Werden bestimmte Reflexzonen der Ohrmuschel z.B. mit Nadeln oder auch gezieltem Druck gereizt, kann hieraus eine positive Wirkung auf den restlichen Körper entstehen. Wissenschaftler haben in Studien gezeigt, dass diese Reize im Gehirn auf Ebene der Formatio reticularis (Nervennetzwerk des Hirnstamms) umgeschaltet und zu inneren Organen oder Funktionen weitergeleitet werden.

Ohrakupunktur in unserer Zeit

Begründer der heutigen Ohrakupunktur war der Franzose Paul Nogier, Er entdeckte Mitte des letzten Jahrhunderts, dass einzelne Organe bzw. ihre Reflexzonen in der Ohrmuschel so angeordnet sind, dass es an einen Fötus im Uterus (Gebärmutter) erinnert.

Einsatzmöglichkeiten

Die Ohrakupunktur kann als alleinige Therapie oder ergänzend mit anderen Naturheilverfahren und Verfahren der Schulmedizin eingesetzt werden. Beschwerden bei vielen Erkrankungen können durch die kleinen Nadeln gelindert werden. Sogar Schmerzzustände nach Unfällen oder Operationen und selbst Schmerzen bei älteren Patienten wie bei der Osteoporose oder Arthrose sprechen oftmals gut auf die Ohrakupunktur an. Als Initialzündung oder zur wirkungsvollen Unterstützung wird die Ohrmuschel zur Behandlung verschiedener Suchterkrankungen (Nikotin, Alkohol) sowie bei der Gewichtsreduktion genutzt. So finden wir etwa Punkte zur Unterstützung einer Nikotin- und Alkoholentwöhnung am Lobulus (Ohrläppchen):

  • der Punkt der Begierde (Nr. 29 c) – der große Entwöhnungspunkt
  • die Sonne (Nr. 35) – psychische Aufhellung
  • Auge (Nr. 8) – das Erkennen bestimmter Situationen, der Weitblick

Nicht nur eine Nummer

Die Punkte der Ohrakupunktur sind nummeriert, viele haben hingegen auch wohlklingende Namen wie der große Meisterpunkt Shen Men (das Tor der Götter). Dieser Punkt ist immer wieder bei Unruhe, Schlaflosigkeit oder Schmerzen sehr hilfreich. Für die Therapie in der Naturheilpraxis werden Einmalnadeln aus Stahl, Gold oder Silber verwendet. Je nach Material können unterschiedliche Wirkungen (Beruhigung oder Belebung) erzielt werden. Das Setzen der Nadeln ist kaum spürbar, sind diese Nadeln doch kaum dicker als ein menschliches Haar.

Wer dennoch Angst vor Nadeln hat, braucht auf die Vorzüge der Ohrakupunktur nicht verzichten: Ein kleines hautfarbenes Pflaster mit einem runden Samenkorn (Ohrsamenpflaster) wird auf den entsprechenden Punkt verbracht, so dass es auch hier zu einer Stimulation kommt. Die Therapieform Ohrakupunktur bietet uns Heilpraktikern demzufolge eine Fülle an Einsatzmöglichkeiten und sollte in keiner naturheilkundlichen Praxis fehlen.  

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Ausbildungen zum Heilpraktiker für Naturheilkunde:

Dieser Beitrag wurde von Heike Wemhoff verfasst. Sie ist Inhaberin der Deutschen Heilpraktikerschule Münster-Handorf.

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