20 Jahre Deutsche Heilpraktikerschule: Wie die Heilpraxis meinen Weg veränderte

20 Jahre Deutsche Heilpraktikerschule: Wie die Heilpraxis meinen Weg veränderte

Nach meinem Studium zur Diplom-Heilpädagogin verschlug es mich nach Leipzig. Ich kann die Beweggründe nicht wiedergeben, weshalb ich mich entschloss, Naturheilkunde nebenberuflich als Ausbildung zu beginnen – Zufall, Schicksal oder innere heimliche Notwendigkeit? Auf jeden Fall brachte die Ausbildung einen Schnitt in mein bisheriges Arbeiten als Heilpädagogin. Für mich eröffneten sich neue Betrachtungsweisen, Erklärungen und Methoden hin zu einem ganzheitlichen Verständnis, wie der Mensch so funktioniert. Eben aus naturheilkundlicher Sicht.

Weiterbildung statt Urlaub

Neben dem positiven Effekt, sich selbst ein wenig zu heilen, verliebte ich mich damals in die Fußreflexzonenmassage, die mir bis dahin noch völlig unbekannt war und ich fing an, nach fleißigem Üben, mich neben meinem Beruf mobil selbstständig zu machen. Andere fahren in den Urlaub oder kaufen sich ein schönes Auto, ich steckte mein ganzes Geld in Weiterbildungen, weil ich es liebe, mein Wissen zu erweitern. So machte ich noch die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie, den Wellness- und Massagetherapeuten, den Shiatsu-Practitioner und einiges mehr. Naturheilkunde erweitert durch die psychologischen und energetischen Aspekte des Seins. Für mich fantastisch!

Die Eröffnung meines Lädchens

Ich stieg aus meinem Beruf aus und widmete mich der mobilen Massage in Firmen, bei Privatkunden, und weil ich erst klein anfing, kellnerte ich nebenbei. Nach 3,5 Jahren traute ich, mich ein kleines Lädchen für Wellnessmassagen, Energiearbeit und psychologische Beratung in Plagwitz zu eröffnen. (Den Abschluss zum Heilpraktiker habe ich nicht absolviert und arbeite demnach gewerblich angemeldet und bin nicht freiberuflich tätig). Das Geld für mein Lädchen hatte ich mir angespart, da ich vor lauter Arbeiten und eher materialistisch bedürfnislosem Lebensstil keine großen privaten Ausgaben hatte.

Dieses Lädchen hatte ich knapp zwei Jahre. Ich habe es geliebt und mein mobiler Kundenkreis erweiterte sich durch die Ladenkundschaft. Dennoch blieb ich auch festangestellt in einem Bistrolädchen. Bis heute habe ich mich nicht getraut, mich vom Kleinunternehmer hin zum mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen zu bewegen. Der Umsatz im Kleinunternehmerdasein ist zu wenig, um überhaupt zu überleben, zumindest nicht, wenn man Ladenmiete zu bezahlen hat. Um sich ein kleines Gehalt auszahlen zu können, müsste ich allein sehr viel arbeiten. Die Abgaben an Staat, Krankenkasse, Rentenversicherung etc. steigen exponentiell so mit, dass ich mich scheue, allein selbstständig zu arbeiten, weg vom Kleinunternehmer, weg vom Angestelltenverhältnis.

Ich bleibe dabei, weil es mich glücklich macht

Da der Laden zu viel Geld gekostet hat, gebe ich ihn derzeit wieder auf. Ich kehre zurück zur mobilen Massage und bleibe weiter angestellt in meinem kleinen Bistro. Nun könnte man sagen: Warum ist sie nicht in ihrem soliden Beruf geblieben? Die Antwort ist ganz einfach. Ich habe durch die Ausbildungen zum Heilpraktiker meine Leidenschaft, ja, meine Berufung für Massage und Energiearbeit, immer verbunden mit psychologisch sensiblem Feingefühl entdeckt. Ich schöpfe daraus all meine Motivation, all meine Freude und bin zuversichtlich, dass sich irgendwann eine Möglichkeit auftut, wie ich vielleicht nicht alleine, sondern als Gemeinschaft einen weiteren Weg gehen kann. Selbstständigkeit ist anstrengend, schwer, der Gedanke an Geld und Überleben ist nicht mehr wegzudenken. Man wägt genau ab, ob man sich Urlaub erlauben kann oder mal krank zu werden. Es ist ein wirklich mutiger Weg. Nicht immer klappt er. Aber wenn es Leidenschaft ist, dann ist es eine Erfahrung wert. Wer allerdings viel Geld verdienen will, meiner Erfahrung nach, sollte schauen, dass er nicht unbedingt allein und weniger selbst arbeitet, sondern sich ein fleißiges Team an die Seite holt… aber ich kenne auch noch nicht alle Nischen der erfolgreichen Selbstständigkeit. Ich sammle einfach weiter meine Erfahrungen. Und ich bleibe dabei, weil es mich glücklich macht.

Hier finden Sie meine Webseite.

 

Dieser Beitrag wurde von Juliane Bloß, Absolventin der Deutschen Heilpraktikerschule Leipzig, verfasst!

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