Storytelling – Märchen im psychologischen Setting

Storytelling – Märchen im psychologischen Setting

Sie lieben Märchen und erinnern sich gerne an Ihre Kindheit zurück, in der Ihnen Geschichten vorgelesen wurden und Sie für eine kurze Zeit in eine andere Welt versetzt haben?

Man möchte meinen, dass in der heutigen digitalisierten Welt die Menschen nur noch auf Zahlen, Daten, Fakten konzentriert seien, doch zeigt ein neuer Trend, dass die Menschen sich zurück nach Geschichten sehnen. Es ist wieder en vogue, Märchen zu lesen und vor allem auch zu sehen! Die alten Klassiker werden aktuell neu verfilmt mit bekannten Schauspielern und gerade zur Weihnachtszeit sind sie ein beliebtes Medium, um jung und alt vor den Fernseher zu locken – zu Recht!

Doch was ist Storytelling?

Storytelling (deutsch: „Geschichten erzählen“) ist eine Methode, bei der Wissen in Form von Märchen, Symbolen und Metaphern wiedergegeben wird.

Eigentlich ist uns dies wohlbekannt von Märchen wie bspw. Der Froschkönig oder Der Struwwelpeter. Mit gespitzten Ohren und großen Augen, haben wir früher unseren Geschichtenerzählern zugehört, verbarg sich doch hinter jedem Märchen eine uralte Weisheit!

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Storytelling ist somit alter Wein in neuen Schläuchen. Wenn es früher Märchen nur in die Kinderzimmer geschafft haben, sind sie heute eine beliebte Methode, um spielerisch, möglichst einfach durch den Einsatz von Geschichten, Informationen zu vermitteln.

Wie wenden Sie Storytelling in einem psychologischen Setting an?

Storytelling in der psychologischen Beratung, in Coachings und in der Psychotherapie ist sehr beliebt, um Thematiken der Klienten aufzugreifen, Probleme zu skizzieren und Lösungen aufzuweisen.

Das Ziel von Storytelling ist es, Botschaften und Wissen durch Bilder, die im Kopf des Klienten durch die Geschichte entstehen, zu vermitteln. Bilder und Emotionen verankern sich leichter im Gedächtnis als ein sachlicher Fakt. Oftmals ist es auch leichter, Gedankenimpulse über eine dritte Person oder einen weisen Menschen zu vermitteln, die Bilder lösen Emotionen aus, es entstehen Gedankenimpulse und Ihr Klient erhält einen Aha-Effekt und die gewünschte Botschaft, die Sie zu vermitteln versuchen, wird dankbar angenommen.

Durch die Geschichten werden deutlich stärkere Reflexionsprozesse und Einsichten über Verhaltensweisen ausgelöst als dies mit vielen anderen Methoden möglich ist! Storytelling regt zum Nachdenken und Handeln an, bietet Rat und Orientierung. Je stärker alle Sinne angesprochen werden und je lebendiger die Geschichte vermittelt wird, umso leichter wird sich Ihr Zuhörer tun, Ihnen folgen zu können!

Wann wenden Sie Storytelling im psychologischen Setting an?

Sie können eine Geschichte zu Beginn eines Settings vorlesen, als Aufhänger für ein bestimmtes Thema. Sie können aber eine Geschichte auch zum Abschluss vorlesen und Ihrem Klienten damit eine Hausaufgabe mitgeben, welche Lehre er / sie daraus zieht. Sehr praktisch ist aber Storytelling auch, wenn Sie das Gefühl haben, das Setting kommt ein wenig ins Stocken und benötigt eine zusätzliche Art der Impulsgebung. Meist können dadurch Wiederstände und Blockaden aufgelöst werden und Ihr Setting bekommt eine neue Wende, dadurch dass in den meisten Märchen ein hoher Wiedererkennungseffekt steckt, fühlt sich Ihr Klient verstanden, hat Vertrauen zu Ihnen und kooperiert gerne mit Ihnen.

Wie wenden Sie Storytelling an?

Die Pointe am Ende der Geschichte ist der natürliche Höhepunkt jeder Geschichte. Aus ihr folgt das „anwendbare Fazit“, die „Moral von der Geschichte’“, die Ihr Klient für sich ableiten sollte. Sie können Ihren Klienten auch die Geschichte mit einem neuen Ausgang erzählen lassen. Stellen Sie auch Fragen wie z.B.: Wie erging es Ihnen mit dieser Geschichte? Sehen Sie Parallelen zu sich? Kennen Sie jemanden, dem Sie diese Geschichte gerne weiter erzählen möchten und warum? Was ist das Resümee für Sie nach dieser Geschichte? Welche Schlussfolgerung ziehen Sie daraus? Wie könnte dieses Märchen Ihre Zukunft verändern?

Geschichten zu erzählen, gehört neben dem Tanzen und Singen zu den ältesten Kulturformen unserer Erde! Früher trafen sich die Menschen abends täglich am Lagerfeuer und vermittelten ihr Wissen nur über das Erzählen von Geschichten!
Die Geschichten verbinden uns Menschen, erinnern uns an verborgen geglaubtes Wissen und an Kräfte in uns, sie rütteln uns wach und klingen in unserem Herzen nach! Geschichten berühren uns nach wie vor und erfreuen einfach unser Herz.

Auch Erwachsene hören heute noch ihre früheren Hörkassetten zum Einschlafen! Es gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.
Erzählen kann heilsam sein, denn eine schöne Geschichte sagt oft mehr aus als lange Erklärungen.

Beginnen Sie doch mit einer der Geschichten die wir für Sie hier bereitgestellt haben.

Und wenn Sie möchten, starten Sie mit Ihren eigenen Geschichten und erzählen Sie sie frei – dann sind Sie ein professioneller Storyteller! Beginnen Sie ganz einfach mit einem netten Abend mit ihren Freunden und erzählen Sie dort Märchen und Geschichten, Ihre Freunde werden bestimmt gespannt an Ihren Lippen hängen und Sie werden überrascht sein, welche wunderbaren Themen auf den Tisch kommen und wie so manches tiefsinniges Gespräch dadurch entstehen kann!

Werden Sie zum Storyteller und faszinieren Sie dadurch die Menschen!

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Heilpraktikerausbildungen:

Dieser Beitrag wurde von Nicole Steckenleiter verfasst. Sie ist Inhaberin der Deutschen Heilpraktikerschule München.

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