Resilienz – Was ist das und wie baue ich sie auf?

Resilienz – Was ist das und wie baue ich sie auf?

Jeder Mensch reagiert in jeder Lebenslage anders. Doch wie reagieren wir Menschen, wenn uns plötzlich schlimme Situationen oder grundlegende Veränderungen begegnen, die uns den Boden unter den Füßen wegziehen? Schicksalsschläge, Krankheiten, Verlust des Jobs oder persönliche Katastrophen. Die positive Energie und die guten Vorsätze sind von jetzt auf gleich weg. Die Stimmung ist deprimiert und man sieht keinen Ausweg mehr und lässt den Kopf hängen. Auch Fragen, wie man das unbeschadet übersteht und wie man trotz der schwierigen Situation stark bleibt, sind allgegenwärtig. Man fühlt sich umzingelt von unlösbaren Problemen und ist komplett aus der Bahn geworfen. Doch manche Menschen gehen mit diesen Situationen erstaunlich gut um. Sie richten in diesen Momenten den Fokus auf sich selbst und greifen auf die Resilienz zurück!

Resilienz beschreibt die Fähigkeiten eines Menschen, aus Krisen, starken Belastungen und Problemen gestärkt herauszugehen, durch die eigenen Ressourcen. Es ist die innere Stärke, die in belastenden Situationen hilft, psychisch und körperlich widerstandsfähig zu sein und diese zu bewältigen. Dazu zählen z.B. Erholungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit, Akzeptanz und die Selbstregulation.

Grob formuliert geht es darum, sich von Krisen nicht unterkriegen zu lassen und die Kraft aufzubringen weiterzumachen und sich den Herausforderungen zu stellen.

Doch hat jeder Mensch eine Resilienz?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Resilienz ist ein dynamischer Anpassungs- und Entwicklungsprozess. Es ist nicht angeboren, sondern alle stärkenden Persönlichkeitsmerkmale werden im Laufe des Lebens erworben. Jeder Mensch verfügt also über die Fähigkeit, sich die Resilienz anzueignen. Dennoch ist die Resilienz nicht von Anfang an da, sondern wird erst durch das Überwinden von Krisen aufgebaut.

Was sind die wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale für eine gestärkte Resilienz?

In der Psychologie spricht man von mehreren Persönlichkeitsmerkmalen, die zeigen, ob jemand eine starke Fähigkeit zur Krisenbewältigung besitzt. Die wichtigsten Merkmale liste ich nun mit kleinen Erläuterungen auf, damit diese besser verständlich sind.

Starkes Selbstbewusstsein

Wenn ein Mensch an sich und seine Stärken glaubt, hat er auch die Kraft, für sich Lösungen zu entwickeln und einen Weg aus der Krise zu finden. Durch die Entwicklung von dieser Kompetenz wird das Selbstvertrauen noch mehr gestärkt.

Kontaktfreudigkeit

In schwierigen Situationen suchen Menschen Unterstützung in der Familie oder bei Freunden. Wenn diese einfühlend und unterstützend reagieren, wird die Resilienz gestärkt und man wird an seine Stärken erinnert. So geht man auch gestärkter an die Problemlösung.

Starke Selbstregulation

Menschen mit einer hohen Resilienz sind in der Lage, ihre Emotionen zu analysieren und können diese steuern, sodass sie in Krisensituationen immer noch agieren können.

Optimismus

Die feste Überzeugung, dass sich alles früher oder später zum Positiven ändert, gibt den Menschen einen starken Rückhalt. Die Situation wird als solche akzeptiert und dadurch ist das schlimme Ereignis nur zeitlich begrenzt.

Handlungskontrolle und Anpassungsfähigkeit

Handlungskontrolliert zu reagieren bedeutet, dass man auf schwierige Situationen nicht impulsiv reagiert. Die eigenen Emotionen und Gefühle steuern unsere Gedanken, aber durch diese Fähigkeit kann man sich in schwierigen Situationen besser anpassen.

Realismus

Es werden im Laufe des Lebens realistische Ziele entwickelt und die Menschen denken und planen langfristig. Dadurch werden plötzlich eintretende Situationen wie z.B. der Verlust eines Elternteils besser aufgenommen, da man sich mit dieser Situation schon einmal auseinandergesetzt hat.

Wie kann man die eigene Resilienz trainieren oder erlernen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die eigenen Stärken zu trainieren. Hier einige Beispiele:

  • Starke soziale Beziehungen aufbauen und pflegen (es müssen nicht viele sein).
  • Die eigenen Stärken und Schwächen kennenlernen und sich mit diesen auseinandersetzen.
  • Stress im Alltag akzeptieren und annehmen, aber bewusst stressige Situationen reduzieren.
  • Sport hilft, einen Ausgleich im Alltag zu finden und stärkt das Selbstwertgefühl.
  • Es ist wichtig, sich Freiräume zu schaffen. Dazu zählt auch Zeit für sich selbst und zum Entspannen.
  • Ausreichender Schlaf ist wichtig für die Regulation.
  • Realistische Ziele setzen und diese verfolgen und sich auch über kleine Erfolge freuen und stolz sein.
  • Aktiv Entscheidungen treffen und sich den Problemen stellen.

Im Leben gibt es immer eine Weiterentwicklung. Dadurch ist es uns als Mensch möglich, immer wieder neue Erfahrungen zu sammeln. Wir lernen das Leben anzunehmen und durch die Herausforderung der verschiedenen Situationen neue Sichtweisen kennenzulernen. Der Glaube an sich selbst und an seine Stärken hilft bei den nächsten Krisen und unsere Resilienz geht aus solchen Situationen gestärkt hervor.

 

Weitere Informationen zur Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie finden Sie hier:

Dieser Beitrag wurde von Saskia Ewers verfasst. Sie ist zertifizierte Psychologische Beraterin, Schemacoach und Entspannungspädagogin sowie ehemalige Schülern der Deutschen Heilpraktikerschule Mülheim / Ruhr.

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