Die Großen Heiler: Paracelsus

Die Großen Heiler: Paracelsus

In unserer neuen Blog-Reihe „Die Großen Heiler“ möchten wir Ihnen Persönlichkeiten vorstellen, die unsere heutige Medizin entscheidend geprägt und beeinflusst haben.

Heute: Paracelsus

Ein großer Heiler und Mediziner war Paracelsus, dessen Werke den Weg für viele heutige Lehrmeinungen geebnet hat. Er war der bedeutendste Medizinkritiker seiner Zeit und seit dem 16. Jahrhundert einer der berühmtesten Ärzte in Europa schlechthin.

Paracelsus wurde als Theophrastus Bombast von Hohenheim vermutlich 1493 oder 1494 in der Schweiz geboren. Erst später nannte er sich Paracelsus, was vermutlich die lateinische Form von „Hohenheim“ ist.

Sein Werdegang

Paracelsus‘ Vater war Arzt und Naturforscher. Er unterrichtete den kleinen Theophrastus in Botanik, Naturphilosophie und Mineralogie. Hierdurch bekam er die ersten medizinischen Einblicke. Paracelsus studierte und erlangte den Bakkalaureus (Bachelor) der Medizin. Ca. 1516 wurde ihm die Doktorwürde zuteil.

Die Lehrmeinung im 16. Jahrhundert

Während seiner Arbeit als Arzt stellte er die bis dahin für Mediziner geltende These der Säftelehre (Humoralpathologie) in Frage. Er widersprach der landläufigen Meinung, dass die richtige Zusammensetzung der Körpersäfte (Galle, Schwarze Galle, Blut und Schleim) Voraussetzung für Gesundheit ist. Man glaubte, im Ungleichgewicht der Säfte die Ursache für Krankheiten suchen zu können.

Arzt mit großem Forschergeist

Paracelsus widmete sich der Signaturenlehre (Lehre der äußerlichen Kennzeichen einer Pflanze, die auf ihre Heilwirkung hindeuten). Gleichzeitig glaubte er, mit seiner eigenen Vorstellung von Alchemie, den richtigen Weg der Medizin gefunden zu haben. Er nannte seine Ideologie „Spagyrik“.

Heute noch arbeiten Heilpraktiker und Naturheilkundler mit der Spagyrik. Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem Pflanzenbestandteile extrahiert werden (Veraschung, Fermentierung, Destillation) und später zu einem Heilmittel wieder zusammengeführt werden.

1527 erhielt Paracelsus einen Lehrstuhl an der medizinischen Fakultät in Basel. Für die damalige Zeit fast unmöglich, unterrichtete er in deutscher Sprache. Er stieß mit seinen Lehren nicht nur auf Anhänger, sondern hatte durch seine radikale Denkweise ebenso viele Feinde. Paracelsus musste aus Basel fliehen, da man ihm sogar mit dem Tod drohte.

Sein Erbe

Paracelsus hinterließ zahlreiche deutschsprachige Aufzeichnungen und Bücher. Kennzeichnend war seine Meinung, dass zum Verständnis der Krankheiten und ihrer richtigen Behandlung richtigerweise wissenschaftliche Befunde nötig seien. Jedoch noch viel entscheidender für die Heilung sei aber die Betrachtung des Großen und Ganzen.

Aus seinem Denken entstand der Grundsatz der ganzheitlichen Therapie. Dieser Grundsatz ist der Leitfaden einer jeden naturheilkundlichen Behandlung.

1541 starb Paracelsus mit 47 Jahren. Sein Grabstein in Salzburg ziert eine Inschrift, die aus dem Lateinischen übersetzt lautet: „Hier liegt Philippus Theophrastus, der berühmte Doktor der Heilkunde, der fürchterliche Wunden, Lepra, Podagra (Fußgicht), Wassersucht und andere unheilbare Krankheiten mit wunderbarer Kunst heilte und seine Güter der Verteilung unter die Armen bestimmte“.

 

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Dieser Beitrag wurde von Heike Wemhoff verfasst. Sie ist Inhaberin der Deutschen Heilpraktikerschule Münster-Handorf.

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