Coronavirus – die Psychologie der Hamsterkäufe

Coronavirus – die Psychologie der Hamsterkäufe

Waren Sie schon einkaufen für den Fall der Fälle? Hat das Coronavirus Ihren Kühlschrank, Ihren Keller und alle Vorratsschränke schon für den Katastrophenfall vorbereitet? Der Einzelhandel bedankt sich dafür!

Mindestens 100 Rollen Toilettenpapier, 30 Päckchen Mehl, 50 Packungen Kerzen pro Person, ganz geschweige von literweise Desinfektionsmittel und was der (gesunde) Mensch noch alles so braucht in vielleicht 14 Tagen Quarantäne?

Welcher Typ Mensch sind Sie?

Gehören Sie zu den Menschen, die in Krisenzeiten wie jetzt wegen des Coronavirus alles hamstern, was sie nur irgendwo noch unterbringen können oder sind Sie eher der gelassene Typ, der wie die Kölner sagen „Es hätt noch immer jut jejane“ (es ist noch immer gut gegangen)?

Wie kommt es zu Hamsterkäufen und was macht das Coronavirus mit unserer Gesellschaft?

Als erstes: Beruhigen Sie sich, hamstern liegt in der Natur des Menschen, Sie sind also noch ganz normal! Die Evolution sah schon immer vor, dass der Mensch vorausschauend ist, anders als die meisten Tiere, die im Hier und Jetzt leben, liebt es der Mensch zu planen und vorzusorgen. Was auch gut ist, wie hätte der Homo sapiens sonst in früheren Zeiten ohne Tiefkühltruhe, Kühlschrank und automatische Heizung kalte, harte Winter überlebt?

Der Mensch erlebt sich selbst als Zentrum des eigenen Handelns!

In der heutigen Zeit, sieht die Lage vielleicht ein bisschen anders aus. Der Mensch ist nicht alleine, im Notfall kann er sich Hilfe holen, heute muss gerade in Deutschland niemand wirklich verhungern. Nur – sich Hilfe holen wollen von jemand Fremdes ist das eine – aber was ist mit den Ängsten und Sorgen? Wie gehen wir damit um?

Die eine Spezies Mensch hat erst keine großen Sorgen, sie leben nach dem Prinzip: „Das gab es alles schon einmal, Epidemien und Pandemien, seht uns an, hier stehen wir und leben! Wir sind die Starken, die Überlebenden“.

Und die andere Spezies Mensch fühlt sich hilflos der Situation ausgesetzt, möchte etwas aktiv tun, um die ungewisse Lage in den Griff zu bekommen. Ohnmacht und Hilflosigkeit schreien lautstark nach einer Lösung!

Die Psychologie des Schreckens

Nach dem ersten Schreck kommt es nun zu hektischen Versuchen, die verlorengegangene Kontrolle wiederzuerlangen. Denn Corona ist ein unsichtbarer Unbekannter, er flößt den Menschen Angst ein. Alles, was der Mensch nicht sieht, was er nicht fassen kann, was unberechenbar und unkontrolliert ist, das macht Angst und lässt den Menschen in Panik Dinge tun, die er sonst nicht tun würde. Der Überlebenstrieb sagt ihm dann, tue das, was du schon in früheren Jahrhunderten getan hast, sorge für dich und dein Überleben! Sorge für Nahrung und für alles, was du brauchst, um dich möglichst weiter in deiner gewohnten Komfortzone aufhalten zu können.

Veränderungen mag der Mensch nur bedingt!

Veränderungen sind dann schön, wenn sie vom Menschen selber eingeläutet wurden, geplant, strukturiert und wohl bedacht. Nichts ist schlimmer als Dinge, die auf einen zukommen, die unbekannt sind mit ungewissen Ausgang.

Coronavirus und die Resilienz

Hier sind Menschen deutlich im Vorteil, die resilient sind, sprich widerstandsfähig, sie bringt so schnell nichts aus der Ruhe, sie sind wahre Stehaufmännchen und Überlebenskünstler! Unterhalten Sie sich mit diesen Menschen, um sich die einen oder anderen Lösungsmodelle von ihnen abzuschauen!

Hamsterkäufe in Zeiten von Coronavirus beruhigen!

Hamsterkäufe sind somit ein Akt der Beruhigung, damit kompensieren wir die innere Unruhe, die Angst, die Ungewissheit und Unkontrolliertheit. Es gibt uns ein gutes Gefühl, denn jetzt haben wir alles getan, was wir tun konnten, es ist ein befriedigendes Gefühl zu wissen: „Hey ich bin in meiner Kraft, ich kann handeln, ich kann etwas aktiv tun! Und vor allem, ich bin gegen den Feind Corona geschützt! Kommt nur, ihr Viren, ich bin für den Kampf gerüstet mit Nudeln, Toilettenpapier und Desinfektionsmittel“.

Welchen Sinn macht Corona?

Ob es jetzt wirklich sinnvoll ist, zu Hause 50 Dosen Ravioli zu horten und hunderte Kerzen, ist die andere Frage! Aber das Gefühl ist ein gutes, denn extremer Stress, sprich in diesem Falle Corona, der plötzliche Kontrollverlust der gewohnten wohlbekannten Situation, macht mich zum Spielball der aktuellen Ereignisse! Kindergärten werden geschlossen, Schulen machen dicht, Arbeitsplätze werden rationalisiert, es geht für viele ums nackte wirtschaftliche Überleben, denn die Konsequenzen des Coronvirus sind noch lange nicht abzusehen!

Darum ist eine bedachte Vorsorge vernünftig, Panik allerdings ist unangebracht!

Besinnen Sie sich auf das, was wirklich Sinn macht, was Ihnen und Ihrem Umfeld hilft, mit dieser Situation gemeinsam gut umgehen zu können. Was macht Sie gemeinsam stark? Wo liegen Ihre persönlichen Ressourcen? Was können Sie wirklich Sinnvolles beisteuern, um Ihnen und Ihrem Umfeld aktiv beizustehen und diese Krise erfolgreich zu überwinden?

Glauben Sie, auf einem Haufen voller Toilettenpapier und Konservendosen zu sitzen, macht Sie stark und widerstandsfähig?

Stärken Sie Ihr Immunsystem, indem Sie an der frischen Luft spazieren gehen! Ernähren Sie sich von frischen Obst und Gemüse, trinken Sie viel Wasser und Tee! Schlafen Sie ausreichend! Setzen Sie sich aktiv mit Ihren Sorgen auseinander für einen vorher festgesetzten Zeitraum und sprechen Sie mit psychologisch versierten Fachexperten, um auffressende Ängste, Sorgen, Panikattacken einzudämmen und tun Sie mehr von dem, was Ihnen Freude bereitet!

Der Mensch ist nicht abhängig von immer gleich ablaufenden, instinktiven Verhalten, sondern hat die Möglichkeit, sich immer neuen Situationen anzupassen, indem er angemessene Verhaltensweisen erlernt!

Das Leben in Gemeinschaft ist seine Überlebensstrategie!

Hamsterkäufe können ein erster Lösungsweg sein, denn sie sind eine aktive Suche nach einer Lösung für Corona – aber lassen Sie auch noch etwas für Ihre Mitmenschen übrig! Der Mensch kann nicht alleine überleben, sondern ist auf viele andere angewiesen!

Das neue Unwort für Corona heißt „Zukunftsmut“!

Schreiben Sie 10 Punkte auf, was Sie unter dem Wort „Zukunftsmut“ verstehen, sehen Sie Krisen nicht nur als Katastrophe, sondern auch als Chance für einen Neubeginn! Es geht auf jeden Fall weiter, vielleicht anders als geplant, aber es geht weiter! Denken Sie in Lösungen und sehen Sie Möglichkeiten – werden Sie Meister über die Herausforderung Coronavirus!

Handeln Sie mit einem kühlen Kopf, aber warmen Herz!

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Heilpraktikerausbildungen:

Dieser Beitrag wurde von Nicole Steckenleiter, Inhaberin der Deutschen Heilpraktikerschule München, verfasst.

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