Salutogenese und Ayurvedamedizin – Gesundheit verstehen und stärken

Salutogenese und Ayurvedamedizin – Gesundheit verstehen und stärken

Salutogenese und Ayurvedamedizin – Gesundheit verstehen und stärken: Sowohl die Salutogenese als auch die Ayurvedamedizin richten den Blick weg von Krankheit und hin zu den Bedingungen, unter denen Gesundheit entstehen kann. Trotz unterschiedlicher kultureller Wurzeln teilen beide Ansätze eine gemeinsame Grundhaltung: Gesundheit wird aktiv entwickelt – durch Verständnis, Selbstwirksamkeit und sinnvolle Lebensgestaltung.

Salutogenese – Gesundheit als Kohärenz

Die Salutogenese nach Aaron Antonovsky fragt, warum Menschen auch unter Belastung gesund bleiben. Zentrales Konzept ist das Kohärenzgefühl, bestehend aus Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Je stärker diese innere Kohärenz, desto besser gelingt der Umgang mit Stress und Beschwerden.

Ayurvedamedizin – Gesundheit als Balance und Selbstregulation

Ayurvedamedizin versteht Gesundheit als dynamisches Gleichgewicht der Doshas (Vata, Pitta, Kapha) sowie als Ausdruck einer stabilen Verdauungs- und Lebensenergie (Agni und Ojas). Krankheit entsteht, wenn dieses Gleichgewicht durch Lebensstil, Ernährung, Stress oder emotionale Belastungen gestört wird.

Ziel ayurvedischer Therapie ist es, die Selbstregulationsfähigkeit des Organismus zu stärken – individuell angepasst und alltagsnah.

Gemeinsame Prinzipien von Salutogenese und Ayurveda

Beide Konzepte:

  • stellen den Menschen mit seinen Ressourcen in den Mittelpunkt
  • fördern Eigenverantwortung und Gesundheitskompetenz
  • verstehen Gesundheit als Prozess, nicht als Zustand.

Ayurveda bietet dabei ein verständliches Erklärungsmodell für körperliche und emotionale Prozesse – ein wichtiger Beitrag zur Verstehbarkeit im salutogenetischen Sinne.

Praxisbeispiel – Salutogenese trifft Ayurvedamedizin

Eine Klientin stellt sich mit Erschöpfung, Nervosität und Schlafproblemen vor, ohne klare medizinische Diagnose.

Salutogenetische Perspektive:
Die Klientin erlebt ihre Beschwerden als unverständlich und fühlt sich ihnen ausgeliefert. Das Kohärenzgefühl ist geschwächt.

Ayurvedische Einordnung:
Die Anamnese zeigt ein ausgeprägtes Vata-Ungleichgewicht mit geschwächtem Agni. Die Symptome werden für die Klientin erklärbar.

Therapeutische Umsetzung:
Empfohlen werden regelmäßige Tagesrhythmen, warme und nährende Ernährung, Ölanwendungen, Atemübungen sowie kurze Ruhe- und Achtsamkeitsphasen.

Wirkung:
Die Klientin versteht ihre Symptome, erlebt konkrete Handlungsmöglichkeiten und gewinnt Vertrauen in ihren Körper. Kohärenz, Stabilität und Wohlbefinden nehmen zu.

Fazit

Die Verbindung von Salutogenese und Ayurvedamedizin schafft einen ganzheitlichen Gesundheitsansatz, der wissenschaftliche Gesundheitsförderung mit traditioneller Erfahrungsmedizin verbindet. Gesundheit entsteht dort, wo Menschen sich selbst verstehen, ihre Ressourcen nutzen und ihren Alltag bewusst gestalten.

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Dieser Beitrag wurde von Uwe Schewe verfasst. Er ist Inhaber der Deutschen Heilpraktikerschule Hannover.