Prüfungstipps und Lernhacks für die Heilpraktikerprüfung Psychotherapie ‒ 6 Strategien, die Ihnen Sicherheit geben: Die Heilpraktikerüberprüfung für Psychotherapie ist für viele Menschen mehr als nur eine Prüfung. Sie steht für einen beruflichen Neubeginn, für den Wunsch, Menschen zu begleiten, und für den Mut, einen neuen Weg einzuschlagen. Gleichzeitig ist sie mit Unsicherheiten verbunden: Was wird wirklich geprüft? Wie viel muss ich wissen? Reicht meine Vorbereitung aus?
Die Wahrheit ist: Die Prüfung ist gut machbar – wenn man nicht nur viel lernt, sondern richtig lernt.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen sechs bewährte Lernstrategien und Prüfungstipps, die Ihnen helfen, den Überblick zu behalten, strukturiert vorzugehen und mit wachsendem Selbstvertrauen in die Überprüfung zu gehen.
1. Die ICD-10 verstehen – statt sie auswendig zu lernen
Für viele Prüflinge wirkt die ICD-10 zunächst wie ein unüberschaubares Zahlen- und Diagnosechaos. Der größte Fehler ist, zu versuchen, alles auswendig zu lernen. Viel sinnvoller – und auch prüfungsrelevanter – ist es, die Struktur der ICD-10 zu verstehen.
Wenn Sie wissen:
- welche Hauptgruppen es gibt,
- welche typischen Merkmale sie kennzeichnen
- und wie sich Störungsbilder voneinander abgrenzen,
können Sie auch unbekannte Fragen logisch erschließen. Genau dieses Verständnis wird in der Prüfung erwartet – nicht perfektes Aufsagen von Diagnosen.
Eine fundierte Ausbildung hilft Ihnen dabei, die ICD-10 systematisch aufzubauen, einzuordnen und Schritt für Schritt sicher anzuwenden.
2. Prüfungsrelevant lernen – statt sich im Stoff zu verlieren
Viele angehende Heilpraktiker für Psychotherapie machen denselben Fehler: Sie wollen alles können! Das führt schnell zu Überforderung und Zweifel. Die Prüfung verlangt jedoch kein minutiöses Spezialwissen, sondern:
- solide Grundlagen,
- klare Abgrenzungen
- und verantwortungsbewusstes Handeln.
Entscheidend ist, dass Sie erkennen, welche Themen regelmäßig geprüft werden, welche Inhalte Sie sicher beherrschen sollten und wo Überblick wichtiger ist als Detailtiefe.
Eine strukturierte Ausbildung gibt Ihnen diese Orientierung. Sie lernen nicht wahllos, sondern gezielt – und genau das schafft Sicherheit.
3. In Fallbeispielen denken – nicht in Lehrbuchdefinitionen
In der mündlichen Prüfung zeigt sich schnell, ob jemand nur gelernt hat – oder wirklich verstanden. Prüfer stellen zum Teil gerne Fallbeispiele, um zu sehen, wie Sie denken, einordnen und verantworten.
Deshalb ist einer der wichtigsten Lernhacks: Trainieren Sie Ihr diagnostisches Denken.
Stellen Sie sich beim Lernen immer wieder Fragen wie:
- Welche Symptome sind entscheidend?
- Welche Diagnosen kommen infrage – und welche nicht?
- Wo liegen Grenzen deiner therapeutischen Arbeit?
- Wann müssen Sie weiterverweisen?
Wer regelmäßig mit Fallbeispielen arbeitet, fühlt sich in der Prüfung deutlich sicherer – weil er weiß, wie er antworten kann.
4. Die 3 häufigsten Fehler in der mündlichen Prüfung – und wie Sie sie vermeiden
Viele Prüfungen scheitern nicht am fehlenden Wissen, sondern an Unsicherheit. Die häufigsten Stolpersteine sind:
- Zu viel reden, ohne Struktur: Klare, ruhige Antworten wirken souveräner als lange Erklärungen.
- Rechtliche Grenzen nicht klar benennen: Besonders Themen wie Gefahrenabwehr, Schweigepflicht und Abgrenzung zur ärztlichen Tätigkeit sind zentral.
- Sich selbst unterschätzen: Wer ständig relativiert oder unsicher wirkt, überzeugt weniger – auch bei richtigem Wissen.
Gezielte Prüfungsvorbereitung und Übungsgespräche helfen, diese Fehler zu vermeiden und mit Ruhe aufzutreten.
5. Regelmäßiges Wiederholen schlägt stundenlanges Lernen
Effektives Lernen bedeutet nicht, möglichst lange zu lernen – sondern regelmäßig und klug. Kurze Wiederholungseinheiten sind deutlich nachhaltiger als seltene Lernmarathons.
Digitale Lernhilfen, unsere App, Karteikarten und kurze Tests können Sie unterstützen, Ihr Wissen langfristig zu festigen. Gerade in einem Fernlehrgang lassen sich diese Lernfenster optimal in den Alltag integrieren – ohne zusätzlichen Druck.
6. Bereiten Sie nicht nur den Stoff vor – sondern auch sich selbst
Ein oft unterschätzter Aspekt der Prüfungsvorbereitung ist die innere Haltung. Prüfungsangst entsteht selten nur aus Wissenslücken, sondern aus Selbstzweifeln.
Fragen Sie sich immer wieder:
- Warum habe ich diesen Weg gewählt?
- Welche Kompetenzen bringe ich bereits mit?
- Was hat mich bis hierher getragen?
Eine gute Ausbildung begleitet Sie nicht nur fachlich, sondern stärkt auch Ihr Vertrauen in sich selbst. Und genau dieses Vertrauen ist es, das Sie ruhig und klar durch die Prüfung trägt.
Die richtige Vorbereitung ist mehr als Lernen
Die Heilpraktikerprüfung Psychotherapie ist kein unüberwindbares Hindernis. Sie ist ein Schritt auf Ihrem Weg – und mit der richtigen Struktur, klaren Lernstrategien und guter Begleitung absolut machbar.
Eine fundierte Ausbildung gibt Ihnen Orientierung im Stoff, Sicherheit im Auftreten, Klarheit in rechtlichen Fragen und Vertrauen in Ihre Fähigkeiten.
Wenn Sie spüren, dass dieser Weg Sie ruft, dann beginnen Sie ihn gut vorbereitet. Denn nicht nur die Prüfung zählt – sondern auch das sichere Gefühl, ihr gewachsen zu sein.






Dieser Beitrag wurde von Anke Eigen verfasst. Sie ist Tutorin der Ausbildung Heilpraktiker für Psychotherapie im Fernlehrgang der Fernakademie.
