FAQ Ausbildung Heilpraktiker für Psychotherapie

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Fragen zur Ausbildung Heilpraktiker für Psychotherapie

Vor dem Start der Heilpraktikerausbildung ist es wichtig, sich ausführlich zu informieren. Hier finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen zu unserer Heilpraktikerausbildung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Psychologiestudium und der psychotherapeutischen Heilpraktikerausbildung?

Im Psychologie-Studium studiert man neben Klinischer Psychologie auch Arbeits- und Organisationspsychologie, Sozialpsychologie, Werbepsychologie, Wissenschaftliches Arbeiten u.a. Nach einem universitären Master-Abschluss besteht die Möglichkeit zum psychotherapeutischen Approbationsstudium in einem der drei wissenschaftlich anerkannten Verfahren: Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie. (Hinweis: Notwendige Voraussetzung zur Approbationsprüfung ist ein universitärer Abschluss als Master in Psychologie mit entsprechender CP-Anzahl in Klinischer Psychologie.)

Die psychotherapeutische Heilpraktikerausbildung bereitet ausschließlich auf psychologisch beratende und psychotherapeutische Tätigkeit vor. Sie umfasst die Klinische Psychologie, Gesprächsführung und grundlegende Interventionstechniken. Zusätzlich sollte auch hier eine spezialisierende Fachausbildung in einem Psychotherapieverfahren absolviert werden. Das kann ein verhaltenstherapeutisches oder psychodynamisches Verfahren sein. Da Sie unabhängig von Krankenkassen arbeiten, steht Ihnen jedoch auch das breite Spektrum aller weiteren Verfahren und Methoden zur Verfügung: Systemische Therapie, Gestalttherapie, Kunsttherapie, Hypnotherapie und viele andere mehr.

Warum kann die psychotherapeutische Heilpraktikerausbildung nicht im Fernlehrgang absolviert werden?

Eine psychotherapeutische Heilpraktikerausbildung erfordert erfahrungs- und erlebnisorientierte Präsenzseminare mit zahlreichen Übungen der Teilnehmer an der Seite eines praxiserfahrenen Dozenten. Allein das theoretische Wissen um Leitsymptome, die für eine bestimmte Diagnose vorhanden sein müssen, bedeutet noch lange nicht, diese Symptome in der Praxis erkennen und sicher differenzieren zu können. Psychische Symptomatik muss wahrgenommen, beobachtet und mit den richtigen Fragen herausgearbeitet werden. Man lernt therapeutische Beziehungskompetenz nicht über Fachlektüre.

Im Sinne einer professionellen therapeutischen Haltung sollte man sich zudem über Selbsterfahrung vertieft mit der eigenen Persönlichkeit auseinandergesetzt haben. Eigene problematische Anteile dürfen nicht in das Therapiegeschehen hineingetragen werden.

Worin besteht der Unterschied zwischen der Berufsbezeichnung psychologischer Berater und psychotherapeutischer Heilpraktiker? Welche Störungsbilder dürfen behandelt werden?

Psychologische Beratung meint die Begleitung von Menschen in Situationen persönlicher Überforderung, Sinnkrisen oder nach dem Tod eines nahestehenden Menschen. Ein Psychologischer Berater arbeitet mit lösungsorientierten Beratungsmethoden, unterstützt bei einer Verbesserung des Selbstwertgefühls oder hilft zu einem besseren Stressmanagement. Es ist ihm gesetzlich verboten, Störungen mit Krankheitswert zu behandeln. Dazu gehören auch alle Arten von Phobien, Ängsten, Essstörungen, depressive Symptomatik wie Burnout u.a.

Psychotherapeutische Heilpraktiker haben nach absolvierter amtsärztlicher Überprüfung die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie. Sie behandeln psychische Störungen, die kurzzeittherapeutisch zu behandeln sind: Krisenintervention nach akuten, belastenden Ereignissen, Anpassungsstörungen, leichte depressive Episoden, Angst- und Panikstörungen (Generalisierte Angststörung, Phobien), Störungen der sozialen Beziehungen, Schlafstörungen.

Klienten mit komplexen, schweren Störungen werden an einen entsprechenden Experten verwiesen oder – wenn es der Klient ausdrücklich wünscht – in Zusammenarbeit mit einem psychiatrischen Facharzt psychologisch begleitet. Das betrifft z.B. mittelgradige und schwere depressive Episoden, Sucht, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen u.a.
Psychotherapeutische Heilpraktiker dürfen nicht invasiv arbeiten (gewebsverletzend) und keine pharmazeutischen Präparate verordnen.

Ich habe keine medizinische Vorbildung oder psychotherapeutische Kenntnisse. Kann ich die Heilpraktikerausbildung dennoch absolvieren?

Grundlegend wichtig für diese Ausbildung ist die Bereitschaft zu therapeutischer Selbsterfahrung und ständiger Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Eine psychologische Vorbildung im Sinne von theoretischer Ausbildung oder praktischer Tätigkeit ist nicht Voraussetzung.

Kann die psychotherapeutische Ausbildung verkürzt werden?

Allein das Faktenwissen der Psychopathologie reicht nicht, um eigenverantwortlich mit Klienten arbeiten zu können. Gegenstand der Ausbildung ist deshalb auch eine emotionale Erfassung der Symptomatik. Außerdem sollen therapeutische Grundkompetenzen erlernt und vertieft werden.

Eine erfolgreiche therapeutische Arbeit lebt vor allem von der Persönlichkeitskompetenz des Therapeuten, die nicht anhand von Fachbüchern erworben werden kann. Es bedarf dazu einer inneren Entwicklung. Dieser Anspruch lässt sich in einer kürzeren Ausbildung nicht verwirklichen.

Ich möchte als psychologischer Berater tätig sein. Muss ich die gleichen Seminare wie ein psychotherapeutischer Heilpraktiker absolvieren?

Auch und besonders als psychologischer Berater muss man die eigene Fachkompetenz verantwortlich einschätzen können. Man muss klar erkennen, wo eine psychopathologische Symptomatik vorliegt, um diese Klienten an einen Heilpraktiker für Psychotherapie oder an einen Psychotherapeuten verweisen zu können.

Wir empfehlen, grundsätzlich die Prüfung zu absolvieren, da die Grenzen zwischen Beratung und Therapie oftmals fließend sind.

Wie bereite ich mich auf die Heilpraktikerprüfung vor?

Sie erhalten zur Unterstützung Ihres Selbststudiums für jedes Blockseminar Vorbereitungsaufgaben. Darüber hinaus empfehlen wir, sich möglichst intensiv mit fachrelevanter Literatur zu befassen.

Kommen neben den Kursgebühren weitere Ausbildungskosten auf mich zu?

Neben den Seminargebühren kommen die Kosten für Fachliteratur und Teilnahme an der Gruppenselbsterfahrung hinzu. Sie sollten weiterhin Kosten für eine weiterführende, spezialisierende Fachausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren einplanen (ca. ab 1.500 EUR). Diese können Sie zum Ende der psychotherapeutischen Heilpraktiker-Ausbildung oder im Anschluss daran absolvieren.

Kann ich unmittelbar nach der Heilpraktikerausbildung die amtärztliche Prüfung absolvieren?

Weitere Informationen zur Heilpraktikerprüfung >>>

Am Ende Ihrer Ausbildung Psychotherapeutischer Heilpraktiker an der Deutschen Heilpraktikerschule® verfügen Sie über das komplette Prüfungswissen und eine qualifizierte, praktisch orientierte Basis, um psychologisch-beratend tätig zu werden.

Wir empfehlen eine regelmässige Teilnahme an den Repetitorien über den Ausbildungsverlauf hinweg. Mit diesem Kenntnisstand sind Sie gründlich auf die Prüfung zum Erhalt der »eingeschränkten amtsärztlichen Heilerlaubnis« vorbereitet.

Die meisten Gesundheitsämter achten zusätzlich darauf, dass Sie im Sinne einer guten Fachkompetenz für eine eigenverantwortliche Tätigkeit neben dem theoretischen Kenntnisstand auch über therapeutische Qualifikationen verfügen. Wir unterstützen das, da Sie als Heilpraktiker für Psychotherapie eine genauso große fachliche Verantwortung tragen, wie ein kassenzugelassener Psychotherapeut. Um dem gerecht zu werden, empfehlen wir unseren Teilnehmern therapeutische Weiterbildungsseminare sowie ein mehrwöchiges, klinisches Praktikum.

Bin ich nach der Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie in der Lage, eine eigenen Praxis zu betreiben?

Sie sollten zu den Blockseminaren, die im Wesentlichen die klinische Psychologie, grundlegende Interventionstechniken und Gesprächsführung beinhalten, auf jeden Fall eine Fachausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren absolviert haben, wie sie von einigen unserer Schulen angeboten werden. Umfassende Fachausbildungen, wie in Gestalttherapie, Systemischer Therapie oder Kunsttherapie sollten Sie an spezialisierten Akademien absolvieren. Darüberhinaus empfehlen wir natürlich auch ein klinisches Praktikum oder eine ehrenamtliche Mitarbeit in einem sozialpsychiatrischen Verein, beim Telefon des Vertrauens, beim Weißen Ring e.V. oder einem Kriseninterventionsteam e.V.

Es ist auch sinnvoll, weitere Selbsterfahrungsstunden über die obligatorische Anzahl hinaus zu belegen. Eine psychotherapeutische Approbationsausbildung umfasst nicht umsonst 100-300 Stunden Selbsterfahrung. Bedenken Sie, dass die Selbsterfahrung für Ihren Praxiserfolg ebenso wichtig ist, wie die fachliche Kompetenz.

Darf ein psychotherapeutischer Heilpraktiker Homöopathie anwenden?

Nach der amtsärztlichen Prüfung erhalten Sie die Zulassung zur heilkundlichen Tätigkeit, eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie. Welche Verfahren dazugehören, ist gesetzlich geregelt. Die Homöopathie zählt z.B. nicht dazu.

Dennoch gibt es zu dieser Sachlage je nach Bundesland unterschiedliche “ministerielle Stellungnahmen”, wenngleich keine Rechtssprechung. Ein Heilpraktiker für Psychotherapie darf keinerlei körperliche Erkrankungen diagnostizieren oder behandeln.

Werden die Leistungen von Heilpraktikern von der Krankenkasse übernommen?

Heilpraktikerleistungen werden von den Klienten selbst bezahlt oder von privaten Zusatzversicherungen bzw. von privaten Kassen übernommen. Der Stundensatz liegt in der Regel zwischen 60 und 80 €.

In Einzelfällen, nach Antrag auf Grundlage des Kostenerstattungsverfahrens nach § 13 Absatz 3 SGB V, finanziert auch die gesetzliche Krankenkasse psychotherapeutische Heilpraktikerleistungen. Das kann der Fall sein, wenn eine Therapie dringend angeraten ist, jedoch bei mindestens drei kassenzugelassenen Therapeuten nachweislich innerhalb von drei Monaten kein freier Therapieplatz verfügbar ist.

Ein Vorteil der privaten Kostenübernahme besteht darin, dass Sie in der Auswahl der Therapieverfahren unabhängig von einer Krankenkasse und deren Bestimmungen sind. Des Weiteren wirkt sich die private Finanzierung durchaus positiv auf die Motivation der Klienten aus.

Wie gewinne ich Patienten für meine Heilpraktikerpraxis?

Bevor Sie Ihre Praxis eröffnen, sollten alle Informationsunterlagen fertig sein: Prospekt oder Postkarte sowie eine aussagekräftige Website. Wir empfehlen den Aufbau eines umfassenden Netzwerks.

Sie sollten sich bei allen umliegenden Apotheken und Praxen vorstellen sowie Prospekte hinterlassen: bei naturheilkundlich tätigen Heilpraktikern, Hausärzten, Fachärzten, Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten.
Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie empfehlen möglicherweise Patienten an einen gut ausgebildeten, fachkompetenten psychotherapeutischen Heilpraktiker, wenn bei ihnen in absehbarer Zeit kein Therapieplatz verfügbar ist. Dann kann auch eine Erstattung der Kosten durch die Krankenkasse beantragt werden (Kostenerstattungsverfahren). Möglich wäre auch die Betreuung des Klienten übergangsweise zur Krisenintervention oder wenn es sich eher um eine Indikation zur Beratung handelt.

Weiterhin empfehlenswert als Werbemaßnahmen für Ihre Praxis sind psychoedukative Vorträge in den Praxisräumen, die in der Tagespresse angekündigt werden oder Seminarangebote an Kitas und Schulen zur Elternberatung sowie ehrenamtliche Tätigkeit in Form von psychologischer Beratung.