Die Fressformel – heimliche Verführung bis die Chipstüte leer ist

Die Fressformel – heimliche Verführung bis die Chipstüte leer ist

Sie sitzen auf dem Sofa, gemütlich mit einer Decke, bei einem schönen Abendfilm… und natürlich darf das Fingerfood nicht fehlen… Sie greifen zu Beginn des Films genussvoll in die Chipstüte… nach der ersten Filmpause stellen Sie mit Entsetzen fest, dass die halbe Tüte schon leergegessen ist… denn ist die Tüte erst einmal geöffnet, gibt es kein Halten mehr! Um Ihrem schlechten Gewissen vorzubeugen haben Sie als gesundheitsbewusster Esser sogar im Supermarkt die Biosüßkartoffelchips mit natürlichen Fetten gewählt. Allerdings macht es das nicht besser, Sie seufzen, denn Sie wissen, der restliche Hälfte Ihrer Chipstüte können Sie einfach nicht widerstehen… ok, nur noch dieses eine Mal, dann kaufe ich nie wieder Chips, ich weiß doch, dass ich nicht mehr aufhören kann… und mit schlechtem Gewissen greifen Sie wieder in die Tüte… das leichte Knacken und Knuspern fegt allerdings schnell die störenden Gedanken beiseite und – schwupps – kurz  vor Filmende ist auf wundersame Weise wie von selbst, automatisch und unbemerkt – Ihre Finger suchen noch verzweifelt die letzten kleinen Krümelchen zusammen – die Chipstüte leergefuttert!

Wieso um Himmelswillen können wir einfach nicht diesen Trieb stoppen, wenn wir einmal mit der Chipstüte angefangen haben? Warum greifen wir wie hypnotisiert in diese Tüte bis der letzte Krümel aufgegessen ist? Und vor allem, wenn wir schon wissen, dass wir – einmal damit angefangen – einfach nicht mehr aufhören können, warum tun wir es dann trotzdem?!

Sie können nichts dafür!

Machen Sie sich eines klar: Sie sind unschuldig! Sie können rein gar nichts dafür! Es liegt an der Fressformel! Denn Sie werden von der Nahrungsmittelindustrie heimtückisch manipuliert!

Wir klären Sie auf, was es damit auf sich hat!

Vermutlich leiden Sie unter hedonischer Hyperphagie, so bezeichnet es die Wissenschaft, wenn wir nicht mehr aufhören können zu essen.

„Hyperphagie bezeichnet ein Phänomen, das als Essstörung und Zivilisationskrankheit bezeichnet wird, wobei ohne Hungergefühl, teils auch chronisch übermäßig gegessen wird.“ (Wikipedia)

Verantwortlich dafür könnten bestimmte Hirnareale sein, die aus unserer evolutionären Entwicklung heraus auf ein bestimmtes Nahrungsmischverhältnis mit Belohnung reagieren. Versuche an Ratten zeigten, dass die Wirkung von Essen auf unser Gehirn vergleichbar ist mit der von Drogen, der Botenstoff Dopamin spielt dabei eine große Rolle und man vermutet, dass Personen mit einem höheren BMI eher darauf reagieren als schlanke Personen.

Das optimale Verhältnis Fett – Kohlenhydrate ist entscheidend!

Die Wissenschaft fand heraus, dass die Naschformel 35 % Fett zu 45 % Kohlenhydraten unser Sättigungsgefühl außer Gefecht setzt und uns solange essen lässt, bis nichts mehr da ist!

Allerdings verführt auch das Mischverhältnis von Salzen und Gewürzen zum Nachgreifen, denn Chips ohne alles würden gar nicht schmecken und wir würden trotz der optimalen Fett-Kohlenhydratmischung nicht unbedingt weiter in die Chipstüte greifen, wenn nicht unser Hungersystem uns vorspielen würde: „Iss, du weißt nicht, wann es wieder etwas zu essen gibt! Greif zu, es geht um dein Überleben“!

Schließlich ist es noch gar nicht so lange her, dass wir nicht wussten, ob es morgen die nächste Mahlzeit gibt, als es ungewiss war, ob wir übermorgen auch etwas zu essen finden. Somit liegt es nahe, davon auszugehen, dass die Genetik uns heute noch vorgaukelt: Iss möglichst reichhaltig, nimm schnell verfügbare Energie in Form von Kohlenhydraten zu dir und speichere die Energie im Fettanteil ab! Und das macht sich die Nahrungsmittelindustrie klugerweise zunutze!

Auf was die Evolution leider nicht vorbereitet war: Kühlschränke und Essen wann und wo immer wir wollen! So geben wir der Fressformel nach, aber bewegen uns zu wenig.

Was also tun, wenn die Chipstüte quasi schon vorpräpariert ist, um uns hinterlistig zu animieren: Iss mich, es knackt so herrlich, iss mich auf! Nur dieses eine Mal…

Da helfen nur 3 Tipps!

  1. Kleinere Chipstüte kaufen!
  2. Gar nicht erst kaufen!
  3. Gemüsechips selber herstellen!

Ich finde die 3. Variante am attraktivsten, kein Verzicht sondern einfach nur Umdenken!

Wenn Sie den maximalen Chipsgenuss haben möchten ohne Reue, dann stellen Sie Ihre eigenen Chips her!

Leckere Gemüsechips aus Karotten, Pastinake oder roter Bete selber herzustellen ist übrigens kinderleicht!

Dazu hier ein Rezept:

  • Schneiden oder hobeln Sie Ihr Wahlgemüse in sehr dünne Scheiben – je dünner, desto knuspriger!
  • Gemüse in einer Schüssel mit Gewürzen Ihrer Wahl (Paprika, Rosmarin, Salz, Pfeffer, Chili etc.) und Olivenöl durchmengen.
  • Nun ab in den vorgeheizten Ofen auf dem Backblech schön gleichmäßig ausgelegt, ca. 45 – 60 Minuten bei 140 Grad Umluft backen. Um leckere knusprige Chips zu bekommen, öffnen Sie ca. alle 20 Minuten kurz den Ofen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, sonst könnten die Chips zu labbrig werden.
  • Eine wunderbare Abwechslung können noch zusätzlich selber hergestellte Dips sein, aus Quark mit verschiedenen frischen Kräutern je nach Jahreszeit!

Nun steht Ihrem nächsten gemütlichen Fernsehabend mit vollem Genuss nichts mehr im Wege!

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Heilpraktikerausbildungen:

Dieser Beitrag wurde von Nicole Steckenleiter verfasst. Sie ist Inhaberin der Deutschen Heilpraktikerschule München.

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