Die Alchemie und Heilkraft duftender Weihnachtsgewürze

Die Alchemie und Heilkraft duftender Weihnachtsgewürze

Was haben Zimt, Nelke, Ingwer, Anis, Kardamom und Vanille gemeinsam? Sie duften nach Weihnachten. Die Weihnachtsgewürze gehören in die Weihnachtszeit wie Kerzenschein und Tannengrün. Ohne diese feinen Zutaten würden unsere Weihnachtsplätzchen wie einfache Kekse schmecken und der Weihnachtspunsch wie normaler Tee.

Wenn es draußen kalt und grau wird, fällt es schwer in wohlige Weihnachtsstimmung zu kommen. Weihnachtsgewürze verströmen einen einladend magischen Duft in wohlschmeckendem Weihnachtsgebäck, Glühwein und Punsch und Pfefferkuchen.

Warum heißt der Pfefferkuchen eigentlich „Pfefferkuchen“? Der Name „Pfefferkuchen“ entstand im Mittelalter, als dem früheren „Honigkuchen“ exotisch-fremdländische Gewürze beigefügt wurden. Die Zutaten waren unter anderem: Muskat, Ingwer, Koriander, schwarzer Pfeffer, Kardamom, Zimt, Nelken und Anis. Zu dieser Zeit wurden viele fremde Gewürze einfach als Pfeffer bezeichnet. Ein pfefferiger Kuchen entstand dabei nicht, aber ein Gewürzkuchen, wie wir ihn bis heute kennen.

Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, kann es mit diesem Elisen-Lebkuchen Rezept von www.s-kueche.com versuchen:

WELTBESTE ELISEN-LEBKUCHEN

Für 80 Elisen (klingt viel, sind aber schnell gegessen oder verschenkt!)

ZUTATEN

  • 380 g Brauner Zucker
  • 6 große Bio-Eier
  • 3 1/2 Tl Lebkuchengewürz ( Rezept s.o.)
  • 200 g Haselnüsse, fein gemahlen
  • 180 g  Haselnüsse, grob gehackt ( Blitzhacker/Thermomix)
  • 50 g Walnüsse, grob gehackt
  • 100 g Mandeln, fein gemahlen
  • 3Tl Vanilleextrakt
  • 100 g Zitronat und Orangeat gemischt.
  • 100 g kandierter Ingwer
  • 2 Messerspitzen Pottasche
  • geriebene Schale von 1-2  Bio-Orangen, je nach Größe
  • geriebene Schale von 1 Bio-Zitrone

ca. 80 Backoblaten mit 7 cm Durchmesser

Mandeln zum Verzieren
Optional: Zuckerglasur, Punschglasur oder Schokoglasur (am besten nur den Hauch einer Zuckerglasur)

Zubereitung

  1. Den Zucker mit den Eiern aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vanilleextrakt und die Gewürze unterrühren.
  2. Die kandierten Früchte entweder nach Wunschgröße hacken, oder mit etwas Zucker in den Blitzhacker geben.
  3. Die Nüsse, Mandeln und kandierten Früchte, Zitrusabrieb und die Pottasche zu der Eimasse geben und alles gut verrühren.
  4. Der Lebkuchenteig ruht jetzt für 24 Stunden an einem kühlen Ort, so können sich die Gewürze in dem schweren Teig gut entfalten.
  5. Den Ofen vorheizen auf 200°C Ober und Unterhitze.
  6. Die Oblaten auf der Arbeitsfläche verteilen und auf jede einen kleinen Teigklecks setzen. Der Rand sollte 3-5 mm frei gelassen werden, da die Elisen etwas verlaufen. Der Teig wird auf etwa 5 mm abgeflacht.
  7. Die Elisen werden etwa 12 -15 Minuten hellbraun gebacken und dabei schön beobachtet! Sie sollten nicht zu dunkel werden, also beobachten, was da vor sich geht, jeder Ofen ist anders.

Diese Elisen halten sich richtig aufbewahrt (in Blechdose, falls sie zu trocken werden, einen Apfelschnitz dazulegen) wochenlang. Wenn sie dann nicht schon längst alle aufgefuttert sind…

Neben dem guten Geschmack und Duft der feinen Aromen haben die Weihnachtsgewürze erfreuliche Wirkungen  auf die Gesundheit. Denn alle natürlichen Lebensmittel sind auch Heilmittel für unseren Geist und sie regen die Sinne an. Viele Weihnachtsgewürze empfehlen sich so als Arznei- und Heilmittel.

Die ätherischen Öle der Gewürze gelangen auf zwei Wegen in den Körper: einmal über die Haut und einmal über die Sinneszellen der Nase, die den Duftstoff als elektrischen Impuls an das Gehirn­ weiterleiten. Einer der Informationswege führt ins limbische System, in dem die Emotionen lokalisiert sind. Da auf dem Weg keine weiteren Nerven­zellen zwischengeschaltet sind, entsteht ein Gefühl, wie etwa Freude und Wohlbehagen – un­mittelbar und spontan. Dies macht sich auch die Aromatherapie zunutze. Aromatherapie ist in vielen Kulturen ein fester Bestandteil der Heilkunst und erfreut sich auch hierzulande zunehmender Beliebtheit.

Gewürze wie Zimt, Nelken und Kardamom haben sich im Laufe der Jahrhunderte nicht ohne Grund zu typischen Ingredienzien der kalten Jahreszeit gemausert: Sie steigern­ die Durchblutung und wärmen auf diese Weise von innen. So gilt der beschriebene Pfefferkuchen als verdauungsfördernd und schmerzstillend. Besonders das Gewürzmittel Nelke wirkt beruhigend und krampflösend, während der Zimt kreislaufanregend ist und die Verdauung fördert. Im Mittelalter wurden in der Vorweihnachtszeit von den Gläubigen oft Pfefferkuchen gegessen, um sich von innen zu reinigen.

Die wohltuenden Wirkungen der Weihnachtsgewürze:

KARDAMOM: Seine krampflösenden und blähungstreibenden Eigenschaften machen es zu einem bewährten Hausmittel.

MUSKATNUSS: Hilfreich sollen die Wirkstoffe der Muskatblüte und -nuss bei Appetitlosigkeit, Verdauungs- sowie rheumatischen Beschwerden sein.

GEWÜRZNELKE: Als Hausmittel eignen sich Gewürznelken bei Zahnschmerzen, da sie leicht betäubend, krampflösend und entzündungshemmend wirken.

STERNANIS: Da ihm reizlindernde und schleimlösende Wirkungen nachgesagt werden, findet er in Hustenmitteln Anwendung. Er besitzt auch verdauungsfördernde und harntreibende Eigenschaften.

INGWER: Ingwertee hilft besonders gut gegen kalte Füße im Winter, aber auch bei Übelkeit und nach einem üppigen Essen.

PIMENT: Piment wirkt verdauungsfördernd und wird deswegen bei Blähungen eingesetzt.

ANIS: Den ätherischen Ölen der Anisfrüchte wie bspw. Anethol werden krampflösende, schleimlösende und verdauungsfördernde Eigenschaften nachgesagt.

TONKABOHNE: Bei Nervosität und Angst wird die Tonkabohne verräuchert, da ihr süß-balsamischer Geruch beruhigend wirkt.

VANILLE: Neben der nachgesagten aphrodisierenden Wirkung soll sie auch den Appetit und den Gallenfluss anregen sowie den Darm stärken.

ZIMT:  Mit seinen antiseptischen und antiviralen Eigenschaften wirkt Zimt als Erkältungsmittel. Er soll aber auch krampflösend und aphrodisierend sein. Zimt – das Gewürz bei Diabetes: Es soll helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken. Der bekannte Wissenschaftsautor Bas Kast empfiehlt, ausschließlich Ceylon-Zimt zu verwenden.

Wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind und inspiriert zur Weihnachtsbäckerei – probieren Sie doch ein feines Rezept aus und schwingen sich an Backblech, Nudelholz und Backofen. Oder Sie genießen das prasselnde Feuer im Kamin mit einem schönen Punsch, Glühwein oder Gewürztee. Denn jetzt ist die Zeit, sich zurückzulehnen, tief ein- und auszuatmen und zur Ruhe zu finden, um in den dunklen Tagen das eigene Licht wieder zu entfachen und ganz bei sich anzukommen.

Wir wünschen eine froh-gesunde, kuschelig-warme, leuchtend besinnliche, ruhige und Rentier-starke Weihnachtszeit mit wohligen Düften, Herzenswärme und Lichterglanz.

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Ausbildungen zum Heilpraktiker für Naturheilkunde:

Dieser Beitrag wurde von Maika Oechel, Geschäftsbereichsleiterin Naturheilkunde der Deutschen Heilpraktikerschule Leipzig, verfasst.

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