Frauen, die bewegen ‒ ein Beitrag zum Internationalen Frauentag 2026

Frauen, die bewegen ‒ ein Beitrag zum Internationalen Frauentag 2026

Frauen, die bewegen ‒ ein Beitrag zum Internationalen Frauentag 2026: Der Internationale Frauentag ist ein wichtiger Tag im Jahr. Er erinnert uns daran, dass Frauenrechte ‒ und damit meine ich die Rechte aller, die sich als Frauen identifizieren ‒, sowie Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit wichtig sind ‒ jedoch kein einmaliges Thema sein sollten, sondern ein alltägliches. Ich wollte zu diesem Thema einen Beitrag schreiben. Nicht nur, weil es mich als Frau persönlich betrifft, sondern auch, um nochmal auf die Komplexität des Themas aufmerksam zu machen.

Feminismus ist kein einheitliches Konzept. Der Feminismus einer Weißen Frau unterscheidet sich oft von dem einer Schwarzen Frau. Der einer Frau aus dem globalen Norden von dem einer Frau aus dem globalen Süden und der einer Trans*Frau von dem einer Cis-Frau. Diese Unterschiede anzuerkennen, Privilegien zu reflektieren und darüber ins Gespräch zu kommen, ist für mich zentral. Bei mir zuhause hängt ein Bild mit der Aufschrift „Let’s stop judging, let’s start supporting“. Genau darum geht es.

Auch im Jahr 2026 bewerten Frauen einander, sprechen sich gegenseitig Kompetenzen ab oder definieren ihren eigenen Wert über die Abwertung anderer ‒ und ganz ehrlich, ich finde, das haben wir alle nicht nötig. Wir stehen füreinander ein ‒ nicht gegeneinander. Solidarität sollte nicht nur in bestimmten Räumen stattfinden, sondern im Alltag – über unsere eigene Bubble und Ländergrenzen hinaus.

Ich möchte heute mein Privileg, diesen Beitrag schreiben zu können, nutzen, um den Blick auch auf Frauen zu richten, von denen wir in unserem Alltag eventuell wenig gehört haben, mit denen wir uns teilweise auch nicht identifizieren können und die trotzdem – oder gerade deswegen ‒ eine große Bereicherung sind.

Es gibt viele wundervolle Wegbereiterinnen … an dieser Stelle möchte ich das Leben ein paar weniger davon kurz etwas mehr beleuchten.

Wangari Maathai (1940‒2011)

Wangari Maathai war Wissenschaftlerin, Politikerin und engagierte Umwelt- und Frauenrechtsaktivistin. In Kenia führten Umweltzerstörung, ausgetrocknete Wasserquellen und schlechte Ernten zu Hunger und Armut, während die Machthaber vor allem eigene Interessen verfolgten. Maathai setzte auf die Kraft der Bevölkerung – besonders der Frauen. Mit dem Green Belt Movement initiierte sie groß angelegte Baumpflanzaktionen, die Umwelt und Lebensbedingungen nachhaltig verbesserten und vielen Frauen neues Selbstbewusstsein gaben. Ihr Engagement brachte sie wiederholt in Konflikt mit der Regierung; sie wurde verhaftet, gedemütigt und angegriffen. Doch sie blieb standhaft. 2004 erhielt sie als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für nachhaltige Entwicklung, Demokratie und Frieden.

Nawal El Saadawi (1931–2021)

Nawal El Saadawi war eine ägyptische Ärztin, Schriftstellerin und eine der einflussreichsten feministischen Stimmen der arabischen Welt. Sie wurde im Dorf Kafr Tahla geboren und studierte Medizin in Kairo. Früh setzte sie sich mit den sozialen Ursachen von Unterdrückung auseinander, insbesondere mit der Situation von Frauen in patriarchalen Gesellschaften. In ihren zahlreichen Büchern kritisierte sie offen religiösen Fundamentalismus, staatliche Repression und sexuelle Gewalt. Wegen ihrer regimekritischen Haltung wurde sie 1981 inhaftiert; später lebte sie zeitweise im Exil. Trotz Verbote und Drohungen blieb sie bis ins hohe Alter eine engagierte Verfechterin von Frauenrechten, Meinungsfreiheit und sozialer Gerechtigkeit. Ihr Werk hat den internationalen feministischen Diskurs nachhaltig geprägt.

Tarana Burke (*1973)

Tarana Burke ist eine amerikanische Bürgerrechts- und Menschenrechtsaktivistin. Sie wurde 1973 in der Bronx, New York, geboren und wuchs in einem sozial benachteiligten Umfeld auf. Schon früh engagierte sie sich in der Jugendarbeit und in afroamerikanischen Community-Projekten.

Ein zentrales Motiv ihres Engagements war der Schutz von Mädchen und jungen Frauen vor sexualisierter Gewalt – auch geprägt durch eigene Gewalterfahrungen in ihrer Jugend. 2006 prägte Burke erstmals den Begriff „Me Too“, um Betroffenen von sexueller Gewalt Solidarität und Empowerment zu vermitteln. Ihr Ansatz zielte insbesondere auf Schwarze Mädchen und Frauen aus marginalisierten Communities, deren Stimmen häufig überhört wurden. Die Bewegung erhielt 2017 weltweite Aufmerksamkeit, als #MeToo millionenfach in sozialen Medien geteilt wurde und eine globale Debatte über Machtmissbrauch und strukturellen Sexismus auslöste. Burke betont bis heute, dass #MeToo mehr ist als ein viraler Hashtag: Es geht um Heilung, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Wandel. Für ihr Engagement wurde sie international ausgezeichnet und zählt zu den einflussreichsten Aktivistinnen für Frauenrechte im 21. Jahrhundert.

Tessa Ganserer (*1977)

Tessa Ganserer ist Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Nach einem Studium der Forstwissenschaften war sie zunächst in verschiedenen beruflichen Bereichen tätig, bevor sie 2013 in den Bayerischen Landtag einzog. 2019 machte sie öffentlich, dass sie eine Transfrau ist – ein Schritt, der große mediale Aufmerksamkeit erhielt und gesellschaftliche Debatten über Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und rechtliche Anerkennung von trans* Menschen auslöste. 2021 zog sie in den Deutschen Bundestag ein und gehört damit gemeinsam mit Nyke Slawik zu den ersten offen gewählten trans* Abgeordneten auf Bundesebene. Politisch setzt sich Ganserer unter anderem für Gleichberechtigung, Antidiskriminierung und die Rechte von LSBTIQ*-Personen ein. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Reform des Selbstbestimmungsrechts sowie dem Abbau struktureller Benachteiligung. Durch ihre parlamentarische Arbeit und ihre öffentliche Präsenz trägt Tessa Ganserer dazu bei, Vielfalt sichtbarer zu machen und Gleichberechtigung nicht nur als gesellschaftliches Ideal, sondern als politischen Auftrag zu verstehen.

Karoline Herfurth (*1984)

Karoline Herfurth begann bereits als Jugendliche ihre Schauspielkarriere. Einem breiten Publikum wurde sie durch Filmproduktionen in Deutschland und international bekannt. Im Laufe ihrer Karriere verlagerte sie ihren Schwerpunkt zunehmend hinter die Kamera und arbeitet heute auch als Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin.

Inhaltlich setzt sich Herfurth verstärkt mit gesellschaftlichen Themen auseinander, insbesondere mit der Lebensrealität von Frauen. In ihren Regiearbeiten greift sie Fragen zu Rollenbildern, Selbstbestimmung, Körpernormen, Mutterschaft und struktureller Ungleichheit auf. Dabei stehen weibliche Perspektiven und vielschichtige Frauenfiguren im Mittelpunkt, die jenseits stereotyper Darstellungen gezeigt werden. Ein Film von ihr, der dies sehr gut darstellt, ist „Wunderschöner“. Öffentlich positioniert sich Herfurth zudem für Gleichberechtigung in der Filmbranche, etwa hinsichtlich fairer Bezahlung, Sichtbarkeit von Regisseurinnen und struktureller Chancengleichheit. Durch ihre mediale Präsenz und ihre Filmprojekte trägt sie dazu bei, feministische Themen einem breiten Publikum zugänglich zu machen und gesellschaftliche Debatten über Geschlechtergerechtigkeit im deutschsprachigen Raum anzustoßen.

Einen weiteren interessanten Beitrag zu „Frauenrechten in Deutschland“ finden Sie hier!

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Ausbildungen zum Heilpraktiker für Psychotherapie:

Dieser Beitrag wurde von Katharina Scholz, Dozentin für die Ausbildung Heilpraktiker Psychotherapie an der Deutschen Heilpraktikerschule Leipzig, verfasst.