Persönlichkeit als Alleinstellungsmerkmal, Lernchance und Erfolgsfaktor

Persönlichkeit als Alleinstellungsmerkmal, Lernchance und Erfolgsfaktor

Andere sind anders

Dass Menschen sehr verschieden sein können, erleben wir im Alltag in der Familie und bei Freunden. Auch im beruflichen Kontext stellt man oft fest, dass andere Menschen ganz anders „ticken“ als wir. Manchmal ist es nicht einfach, mit anderen zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten und sie als Mitarbeiter, Kollegen oder Kunden zu erreichen, besonders wenn sich ihre Persönlichkeit sehr von unserer eigenen unterscheidet. Wenn wir unterschiedliche Herangehensweisen und Verhaltensweisen jedoch verstehen und bewusst als Ressource nutzen, kann das Zusammenleben und die Zusammenarbeit um wertvolle Dimensionen bereichert werden. Was sind das für Unterschiede, woher kommen sie, und wie kann man sie erkennen, um als Einzelner oder im Team erfolgreicher zu sein?

Persönlichkeitspräferenzen prägen unsere Wahrnehmung von Menschen und Dingen sowie unsere Verhaltens- und Kommunikationsgewohnheiten sehr nachhaltig. Natürlich wird die Entwicklung von Persönlichkeit durch viele Faktoren beeinflusst und verändert (Genetik, soziales Umfeld, Kultur, Beruf, Lebenspartner, Stressfaktoren, Lebensbedingungen). Die Persönlichkeitsforschung der letzten Jahrzehnte hat jedoch in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass es stabile Grunddimensionen gibt, die unabhängig von den verwendeten Messinstrumenten und von anderen Faktoren (z.B. Kultur) auftreten – sich aber auch im Rahmen von Anpassungen verändern können. Die Kombination der Qualitäten, die persönlichen Muster, die charakteristisch für uns sind, sagen etwas darüber aus, wie wir kommunizieren, arbeiten und uns anderen zeigen. Menschliches Verhalten ist bunt – genauso bunt, wie die Welt, die uns umgibt. Das farbenfrohe Lumina Spark-Modell bildet diese bunte Welt menschlichen Verhaltens ab.

Wer bin ich?

Lumina Spark ist ein innovatives Instrument, welches Persönlichkeitsunterschiede auf der Basis eines wissenschaftlich validierten Modells in Form von 24 gegenpoligen Qualitäten in Form eines Online-Fragebogens erhebt und auf ansprechende Weise visualisiert. Die Ausprägungen beider Pole werden unabhängig voneinander erfasst. So kann jemand sowohl bei „strukturiert“ UND „flexibel“ hohe Werte haben. Das Ergebnis, ein bis zu 40-seitiges individuelles Persönlichkeitsportrait, beschreibt keine festen Typen, sondern erfasst individuelle Verhaltenspräferenzen und zeigt auf, wie sich diese im alltäglichen Verhalten auswirken und wie jede der Qualitäten auch manchmal übertrieben werden kann. Dabei unterstützen zahlreiche Auswertungsgrafiken und Texte zu eigenen Stärken, Kommunikations-präferenzen und Entwicklungsmöglichkeiten. Das Portrait wird in einem Auswertungsgespräch besprochen oder in einem Coaching oder Workshop als Grundlage für Einzel- oder Gruppenübungen verwendet.

Das Lumina Spark-Portrait beschreibt Persönlichkeit auf differenzierte, wertschätzende und entwicklungs-orientierte Weise und bietet eine „gemeinsame Sprache“, um Kommunikation zu verbessern und Konflikte und Missverständnisse effektiver zu lösen. So können die Chancen, welche sich aus der Vielfalt ergeben, bewusst genutzt werden.

Ich bin so, wie ich bin und das ist gut so …

Konrad Adenauer soll es mal so formuliert haben: „Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“ So eine Einstellung ist natürlich wenig zielführend, wenn es darum geht, beruflich oder privat mit den Menschen, mit denen wir leben und arbeiten, gut im Kontakt zu sein. Allerdings ist es auch wichtig, die eigenen Qualitäten als wichtige Ressource anzuerkennen. Jede Art zu sein, hat ihr Gutes und natürlich auch Schattenseiten. Deshalb ist die übliche Einteilung von Stärken und Schwächen oft wenig hilfreich. Denn ob eine Art zu agieren zielführend ist oder nicht, hat sehr viel mit dem Kontext und auch mit den beteiligten Personen zu tun.

Wie in anderen Lebensbereichen auch, kommt es meist auf die „Dosierung“ an. So ist auch der „Verschiebepunkt“, ab wann ein Verhalten von anderen als übertrieben wahrgenommen wird, sehr variabel. Zwei extravertierte Menschen können sich über einen lebhaften Austausch freuen, wobei einem introvertierten Kollegen die hohe Energie schnell zu viel sein kann.  So kann auch die fordernde Art einer Chefin von einigen Mitarbeitern als durchaus positiv und handlungsorientiert geschätzt werden – wogegen andere ihren Stil als aufdringlich und dominant empfinden.

Wie Konflikt gesehen und gehandhabt wird, kann je nach Persönlichkeitspräferenz auch sehr unterschiedlich sein. Wo die einen (eher Menschenorientiert – grüne Qualitäten) Konflikt eher als etwas Negatives sehen, was man tunlichst vermeiden sollte, gibt es Menschen (eher Ergebnisorientiert – rote Qualitäten), für die Konflikt auch positiv besetzt ist, als eine Gelegenheit, Positionen zu klären und reinen Tisch zu machen. Da wird vielleicht kräftig argumentiert und es kann auch mal heftig und laut werden, sobald Klarheit herrscht, ist jedoch oft alles wieder gut. Wie bei einem reinigenden Gewitter: es brauen sich dunkle Wolken zusammen, dann blitzt und donnert es und kurz darauf kann wieder die Sonne scheinen. Die Schnelligkeit des Umschwungs ist für Menschen mit eher grünen Qualitäten oft wenig nachvollziehbar. Da wurde – um eine andere Metapher zu bemühen – etwas Gras zertrampelt, das natürlich wieder nachwächst, aber das dauert ein bisschen und braucht auch etwas (Beziehungs)-Pflege und Aufmerksamkeit.

Durch die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit können Einzelne und Teams eine tiefere Selbsterkenntnis entwickeln, tragfähige Beziehungen aufbauen, Verschiedenheit wertschätzen, gemeinsam Ergebnisse erzielen, und die persönliche und professionelle Entwicklung gestalten, um agiler und achtsamer auf wachsende Anforderungen einzugehen.

Den Kontakt mit anderen erfolgreich gestalten

„Die wichtigste Zutat in der Formel für Erfolg ist, zu wissen, wie man mit anderen Menschen auskommt“, sagte Theodore Roosevelt. Dabei geht es um den wertschätzenden Umgang und das Anstreben von Win-win-Lösungen und die Anpassung der eigenen Präferenzen an die Erfordernisse der Situation und den Beteiligten.

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung, in denen nichts sicherer ist als der Wandel, sind Organisationen gefordert, die Menschen wieder im Mittelpunkt zu sehen und eine Kultur zu schaffen und zu fördern, die menschenfreundlich und beziehungsstark ist. So kann ein Persönlichkeitsmodell zum Kompass für eine individuelle Herangehensweise werden, aus dem sich folgende Zielführung ergibt: Wie kann ich meine Qualitäten am besten einbringen, in verstärkter und gegebenenfalls auch abgeschwächter Variante und wo kann ich mich noch weiterentwickeln und über meine Komfortzone hinauswachsen?

Persönliche Entwicklung verlangt Achtsamkeit, Bewusstheit und Selbstregulation.

Achtsamkeit heißt: Ich spüre mich und mein Gegenüber. Bewusstheit meint: Ich weiß um meine Qualitäten und verstehe sie anzunehmen und adäquat einzusetzen. Selbstregulation schließlich verlangt, dass ich in der Lage bin, meine Präferenzen gezielt einzusetzen.

In dem Bestreben für eine gute Zusammenarbeit geschieht es dabei allerdings häufig, dass wir wider besseres Wissen von uns selbst auf andere schließen. Wir vergessen zuweilen, dass andere die Welt, die Dinge, die Menschen, die Ereignisse um sich herum oft ganz anders wahrnehmen, bewerten und empfinden als wir selbst. Daher sollte die Goldene Regel „Behandele andere so, wie DU selbst behandelt werden möchtest“ durch die Platin-Regel „Behandele andere Menschen so, wie SIE selbst behandelt werden wollen“ ersetzt werden.

Idealerweise führt das tiefere Verständnis und die Akzeptanz von unterschiedlichen Sichtweisen dazu, dass jede/r einen Schritt auf den anderen zugeht. Das Lumina Spark- Persönlichkeitsmodell liefert eine gemeinsame Sprache für den Austausch und unterstützt somit Feedbackprozesse. Ähnlichkeiten können bewusst als Ressource für eine bessere Zusammenarbeit eingesetzt werden. Unterschiedlichkeit verliert so das Belastende: „Es ist nicht persönlich, es ist Persönlichkeit!“ Manchmal können Menschen, die so ganz anders funktionieren als wir, uns wertvolle Perspektiven aufzeigen und unser Verhaltensportfolio erweitern. Das, was uns schwerfällt, fällt ihnen leichter. Es ist spannend, sich davon inspirieren zu lassen.

Die Beschäftigung mit den eigenen Persönlichkeitsmustern ist ein Rendezvous mit den eigenen Potentialen, Fähigkeiten, Bedürfnissen und ihren Schattenseiten. Es ermöglicht Aha-Erlebnisse über den Lebenspartner, KollegInnen, MitarbeiterInnen oder Vorgesetzte sowie über Personen, denen wir unsere Dienste anbieten. Es gibt Anregungen, wie wir unser Verhaltensrepertoire erweitern können, ohne uns zu verbiegen.

Hier finden Sie ein Arbeitsblatt zur Einschätzung Ihrer Persönlichkeit.

Im nächsten Blogbeitrag erfahren Sie mehr über die einzelnen Persönlichkeitspräferenzen und ihre Wirkungen!

 

Dieser Beitrag wurde von Dr. Elke Brenstein, Learning & Development Consultant, Trainerin, Systemischer Business Coach und Dozentin für Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie und Coaching an der Deutschen Heilpraktikerschule München, verfasst.

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