Homöopathie bei Kälte ‒ wenn der Winter dem Körper zusetzt

Homöopathie bei Kälte ‒ wenn der Winter dem Körper zusetzt

Homöopathie bei Kälte ‒ wenn der Winter dem Körper zusetzt: Der Januar ist da ‒ mit Eis, Schnee und Sturm. Nach langen Winterspaziergängen, ungewolltem Aufenthalt in der Kälte oder langem Warten im Sturm auf den Bus – das kann Folgen haben. Die Homöopathie kennt einige bewährte Arzneien zur Behandlung von Erfrierungen und Folgen von Unterkühlung. Die drei bewährten Arzneien sind Aconitum napellus, Agaricus und Arsenicum album.

Aconitum napellus ‒ bei Unterkühlung durch kalten Wind

Der blaue Eisenhut oder Sturmhut hat den direkten Bezug zu Unterkühlung durch kalten Wind, was bereits der Name aussagt. Die Beschwerden treten oft nach einigen Stunden auf, typisch ist eine Verschlechterung am Abend. Plötzlich stellt sich ein starkes Krankheitsgefühl ein, Kältegefühl begleitet von Zittern, möglicherweise Herzklopfen, Schwindel oder Atemnot. Es können Schmerzen in Ohr, Hals oder Kopf auftreten, auch neuralgische Schmerzen sind möglich. Dazu kann sich außerdem ein trockenes Fieber entwickeln. Der Körper ist empfindlich, auch Geräusche und Licht sind unangenehm. Der Kopf ist rot und heiß, das Gesicht kann sich auf einer Seite taub anfühlen.

Ruhe und kühle Luft (keine Zugluft!) bringen Linderung, kaltes Wasser wird gern getrunken. Die Beschwerden nehmen nicht allmählich über Stunden zu, sondern sehr schnell. Die Verschlechterung kann so schnell und so massiv sein, das Angst aufkommen kann, die Nacht nicht zu überleben. Später können sich Naselaufen, Augentränen oder trockener Husten einstellen. Der Zustand von Aconitum hält nicht lange an, sondern wechselt meist am Folgetag in ein anderes Symptombild, das ein anderes homöopathisches Arzneimittel abdeckt.

Agaricus muscarius ‒ bei leichten Erfrierungen

Der Fliegenpilz oder Amanita muscaria ist das homöopathische Hauptmittel bei leichten Erfrierungen. Durch Eis und Schnee oder kalte Luft unterkühlt die ungeschützte Haut, wird weiß und taub. Kommt man wieder ins Warme und in die unterkühlten Bereiche kommt wieder Leben, schwillt die Haut an und rötet sich. Es stellt sich ein typischer juckender Schmerz ein – wie von tausend Nadeln gestochen. Dabei wird die Haut anfangs subjektiv immer noch als kalt empfunden und ist sehr berührungsempfindlich. Die Schmerzen können leicht bis massiv sein, Kinder weinen vor Schmerzen. Reiben bessert nur etwas, Kratzen verstärkt die Schmerzen sehr.

Fallbeispiel – Unterkühlung nach Spiel im Schnee

Ein kleiner Junge spielt auf einem Winterspaziergang mit Schnee. Zu Hause fällt auf, dass eine Wange ganz weiß aussieht. Die Haut ist eiskalt und taub. Allmählich wird der Junge wieder warm, fängt aber bald an zu jammern. Er klagt über Schmerzen, sitzt unglücklich auf dem Sofa und streicht immer wieder über die Wange, die jetzt hochrot ist. Er bekommt sofort Agaricus muscarius. Nach einer kurzen Zunahme der Schmerzen (Erstreaktion) nehmen die Schmerzen ab. Er beruhigt sich, ist aber noch etwas erschöpft. Nach zwei Stunden wird das Mittel einmalig wiederholt, am nächsten Tag ist der Junge weder erkältet noch sieht man der Wange irgendetwas an.

Arsenicum album ‒ bei starker Unterkühlung

Das Symptombild von Arsenicum album weist auf eine starke Unterkühlung hin. Massive Schwäche mit blassem Gesicht geht einher mit Frostschauern und brennenden Schmerzen. Das Verlangen nach Wärme ist groß, warmes Einhüllen und warme Getränke werden dankbar angenommen und lindern auch. Nachts verstärken sich die Beschwerden. Arsenicum album Zustände gehen immer einher mit Angst (wenigstens großer Unsicherheit), so auch hier.

Homöopathie bei Kälte ‒ das sollten Sie beachten

Homöopathische Arzneimittel werden nach dem Symptombild ausgewählt, was sich einstellt, nicht allein nach der Causa. Wenn sich starke Symptome zeigen, die deutlich vom beschriebenen Arzneimittelbild abweichen, darf das Mittel nicht angewandt werden. Es braucht ein anderes, nicht allgemein bekanntes Arzneimittel, um den richtigen Heilimpuls zu setzen.

Unterschätzen Sie die Folgen von Erfrierungen oder Unterkühlung nicht. Deshalb sprechen Sie bitte unbedingt die Wahl des homöopathischen Mittels sowie die genaue Dosierung mit Ihrem Homöopathen, Arzt oder Apotheker ab.

Wärmen Sie sich oder die betroffenen Bereiche allmählich auf ‒ eine schnelle Erwärmung oder sogar heißes Wasser kann die Folgen deutlich weitreichender werden lassen. Verwenden Sie zunächst kühles Wasser, was sich bei starker Unterkühlung schon heiß anfühlt, und erhöhen Sie allmählich die Temperatur. Sollten sich starke Herz-Kreislauf-Beschwerden entwickeln, ziehen Sie dringend ärztlich Hilfe hinzu.

 

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Dieser Beitrag wurde von Dr. Martina Hanner, Tutorin der Ausbildung Klassische Homöopathie im Fernlehrgang, verfasst.