Haarausfall verstehen und ganzheitlich behandeln

Haarausfall verstehen und ganzheitlich behandeln

Haarausfall verstehen und ganzheitlich behandeln: Haarausfall betrifft Frauen und Männer jeden Alters und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Doch nicht jeder Haarverlust ist automatisch krankhaft: Bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren, gilt als völlig normal. Erst wenn deutlich mehr Haare ausfallen oder sich kahle beziehungsweise lichte Stellen bilden, sprechen Fachleute von einem sogenannten Effluvium. Der lateinische Begriff mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen und weckt vielleicht Assoziationen zu Wörtern wie „effektiv“ oder „fluffig“. Tatsächlich beschreibt Effluvium jedoch den krankhaften und übermäßigen Verlust von Haaren und kann unterschiedliche Ursachen haben.

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Neben genetischen Faktoren können hormonelle Veränderungen, Nährstoffmängel, Erkrankungen oder entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen Arten des Haarausfalls zu unterscheiden und die individuellen Ursachen gezielt zu erkennen. Nur auf dieser Grundlage kann eine wirksame und nachhaltige Behandlung erfolgen.

Die verschiedenen Arten des Haarausfalls

Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Den erblich bedingten Haarausfall gibt es sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Die Ursache sieht die Medizin dabei direkt in den Haarwurzeln, die überempfindlich auf ein Abbauprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron reagieren und atrophieren (Rückbildung).

Bei Frauen sehen wir den erblich bedingten Haarausfall besonders nach den Wechseljahren und dann in Form von Ausdünnung des Haars.

Bei Männern hingegen beginnt der Haarausfall meist als kahle oder lichte Stellen am Haaransatz oberhalb der Schläfen (Geheimratsecken). Er setzt sich dann weiter fort über den gesamten Kopf bis zur vollständigen Glatze. Der Heilpraktiker oder Arzt spricht dann von Calvitium.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Diese Form des Haarausfalls kann Männer und Frauen in jedem Alter treffen. Kleine Entzündungsherde an den Haarfollikeln führen zu einer Zerstörung der gesamten Haarwurzel.

Diffuser Haarausfall (Diffuse Alopezie)

Beim diffusen Haarausfall ist der gesamte Kopf betroffen ‒ unabhängig vom Geschlecht und Alter. Als Ursache kommen hier unterschiedliche Faktoren in Betracht, wie z. B.:

  • Eisen- oder sonstiger Nährstoff- und Vitaminmangel
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • andere hormonelle Erkrankungen
  • Mangelernährung durch Diäten oder Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
  • Infektionskrankheiten und
  • Medikamente.

Wie beim Dermatologen oder Hausarzt ist es in der Naturheilpraxis entscheidend, die Ursache für den Haarausfall zu ergründen. Hat der Heilpraktiker durch Blutuntersuchungen oder andere diagnostische Maßnahmen den Auslöser des Haarausfalls ausgemacht, kann er eine entsprechende Therapie einleiten.

Dafür wird er nicht nur lokal die Kopfhaut betrachten, sondern entsprechend der Ursache den Patienten behandeln. Er wird z. B. eine Behandlung des Darms anstreben, sollten Entzündungen oder die Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmflora) der Auslöser für die Resorptionsstörung von wichtigen Spurenelementen oder Vitaminen sein.

Außerdem wird er einen genauen Blick auf das Immunsystem werfen, um besonders beim kreisrunden Haarausfall mögliche Entzündungsherde an den Haarwurzeln zu stoppen und zu sanieren und das Immunsystem etwa durch Stärkung oder Neuausrichtung des Mikrobioms besser aufzustellen.

Es gibt in der Naturheilkunde nicht das Patentrezept für den Haarausfall. Dies gilt im Übrigen auch für andere Erkrankungen. Der Patient als Ganzes wird betrachtet und therapiert. Und genau das macht den ganzheitlichen Gedanken der Tätigkeit eines Heilpraktikers aus.

Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Ausbildungen zum Heilpraktiker für Naturheilkunde:

Heike Wemhoff

Dieser Beitrag wurde von Heike Wemhoff verfasst. Sie ist Inhaberin der Deutschen Heilpraktikerschule Münster.