Moderne Gesundheitstrends – Dry January

Moderne Gesundheitstrends – Dry January

Moderne Gesundheitstrends – Dry January: Der Jahresbeginn ist für viele Menschen die ideale Gelegenheit, alte Gewohnheiten zu überdenken und gesünder zu leben. Bekannt geworden ist in den letzten Jahren der „Dry January“, bei dem einen Monat lang auf Alkohol verzichtet wird. Was als persönliche Challenge beginnt, kann spannende Einblicke in die eigenen Konsumgewohnheiten geben und bringt aus ernährungswissenschaftlicher Sicht gleich mehrere Vorteile mit sich.

Mit rund 10,6 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr liegt Deutschland im internationalen Vergleich weit vorn. Ein weiterer Grund, den eigenen Konsum einmal kritisch zu betrachten. Je länger man auf Alkohol verzichtet, desto kleiner wird das Bedürfnis, weiterzutrinken. Das macht den Verzicht mit der Zeit deutlich leichter.

Alkohol und Kalorien

Alkohol liefert „leere Kalorien“. Mit rund sieben Kilokalorien pro Gramm (kcal/g) liegt er fast gleichauf mit Fett (9 kcal/g). Ein Glas Bier enthält je nach Sorte 120 bis 200 kcal, ein Glas Wein 150 bis 250 kcal. Diese Kalorien tragen nicht zur Sättigung bei und können daher leicht zu einer positiven Energiebilanz führen, die eine Gewichtszunahme begünstigt. Zusätzlich hemmt Alkohol die Fettverbrennung, sodass die aufgenommene Energie schneller als Körperfett gespeichert wird.

Wer im Januar auf Alkohol verzichtet, spart nicht nur Kalorien ein, sondern entlastet auch den gesamten Stoffwechsel – vor allem die Leber, die für den Abbau verantwortlich ist. Denn Alkohol ist ein Zellgift, das bei häufigem Konsum das Risiko für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöht.

Positive Effekte auf Körper und Wohlbefinden

Studien zeigen, dass bereits ein vierwöchiger Verzicht auf Alkohol messbare Vorteile hat:

  • Leberwerte verbessern sich: Die Leber kann sich regenerieren und ihre Entgiftungsfunktion effizienter ausführen.
  • Blutdruck und Blutzucker stabilisieren sich: Was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.
  • Der Schlaf wird erholsamer: Alkohol kann zwar das Einschlafen erleichtern, führt aber zu unruhigerem Schlaf und häufigem Erwachen in der Nacht. Ohne Alkohol steigt die Schlafqualität deutlich.
  • Reduktion des Körpergewichts: Viele Menschen sparen durch den Verzicht Kalorien ein, finden zu einem gesünderen Lebensstil und verlieren häufig auch einige Kilos.
  • Mehr Energie im Alltag: Viele berichten nach einigen Wochen von gesteigerter Konzentration, besserer Stimmung und allgemeinem Wohlbefinden. Auch Leistungsfähigkeit und Fitness verbessern sich bei den meisten.

Auch äußerlich sind positive Veränderungen erkennbar wie:

  • eine frischere Haut
  • weniger Wassereinlagerungen
  • und häufig ein allgemeines Gefühl von Leichtigkeit.

Alkohol als „Volksdroge“

Für viele Menschen ist Alkohol weit mehr als ein gelegentliches Glas. Alkohol kann zum Suchtmittel werden. In Deutschland konsumieren laut aktuellen Daten 8,6 Millionen Erwachsene Alkohol in riskanten Mengen. 2,2 Millionen zeigen die medizinischen Kriterien einer Abhängigkeit auf. Schätzungen zu Folge sterben jährlich rund 14.000 Menschen an rein alkoholbedingten Erkrankungen. Zählt man Krankheiten hinzu, bei denen Alkohol ein Mitfaktor ist, liegt die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle bei ca. 47.000. Besonders betroffen sind Männer. Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf 57 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt ‒durch medizinische Kosten, vorzeitige Verrentung, Produktivitätsverluste, Arbeitslosigkeit und Co.

Der Konsum von Alkohol ist in unserer Gesellschaft stark normalisiert: Bier nach Feierabend, Wein zum Essen, Sekt beim Feiern. Genau diese Selbstverständlichkeit macht das Risiko oft unsichtbar. Wenn Alkohol aber zum festen Bestandteil des Alltags wird, steigt die Gefahr einer Abhängigkeit. Hier geht es längst nicht mehr nur um Kalorien oder Stoffwechsel, es geht um Leben, Gesundheit und Verantwortung. Hier dürfen wir nicht nur auf Eigenverantwortung setzen: Als Gesellschaft tragen wir eine Mitverantwortung. Das betrifft Prävention, Aufklärung und den offenen Umgang mit der Tatsache, dass Alkohol das mit Abstand häufigste legale Suchtmittel ist und eben auch eine der führenden Ursachen vermeidbarer Todesfälle ist.

Achtsamer Umgang statt Verzicht

Der Dry January ist kein Alles-oder-Nichts-Projekt. Auch wer es nicht schafft, 31 Tage lang komplett abstinent zu bleiben, profitiert von einer bewussten Reduktion. Schon wenige alkoholfreie Tage pro Woche wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.

Wichtig ist, diese Zeit als Experiment und Reflexion zu sehen: Wie selbstverständlich greife ich abends zum Glas Wein oder am Wochenende zum Bier? Welche Situationen lassen sich auch ohne Alkohol genießen?

Kreative Alternativen für Genussmomente

Viele fürchten, beim Dry January auf Genuss zu verzichten. Doch die Auswahl an alkoholfreien Alternativen ist heute größer denn je. Neben alkoholfreien Bieren und Weinen erfreuen sich vor allem Mocktails (alkoholfreie Cocktails) großer Beliebtheit. Mit frischen Kräutern, Gewürzen, Obst und Mineralwasser lassen sich spannende Kreationen zaubern.

Auch einfache Varianten wie Infused Water mit gefrorenen Beeren, Ingwer oder Zitrusfrüchten bringen Abwechslung in den Alltag. So lässt sich der bewusste Verzicht mit einer Portion Kreativität sogar als kulinarische Bereicherung erleben.

Zutaten (1 Glas):

  • 100 ml Mangosaft (100 % Frucht, ohne Zuckerzusatz)
  • Saft von ½ Limette
  • 1 TL frisch geriebener Ingwer (oder ein paar Scheiben)
  • 100 ml kaltes Mineralwasser
  • Eiswürfel
  • Frische Minze (optional)

Zubereitung:

  1. Mangosaft, Limettensaft und Ingwer in ein Glas geben.
  2. Eiswürfel hinzufügen.
  3. Mit Mineralwasser auffüllen und gut umrühren.
  4. Nach Belieben mit Minze garnieren.

Zutaten (1 Glas):

  • 1 Handvoll frische oder gefrorene Beeren (z. B. Himbeeren, Blaubeeren)
  • 1 kleiner Zweig Rosmarin
  • 1 TL Honig oder Agavensirup (optional)
  • Saft von ½ Zitrone
  • 120 ml stilles oder sprudelndes Wasser
  • Eiswürfel

Zubereitung:

  1. Beeren mit Zitronensaft leicht zerdrücken.
  2. Honig unterrühren (optional).
  3. Eiswürfel und Rosmarinzweig ins Glas geben.
  4. Mit Wasser aufgießen und kurz ziehen lassen.

Wirkung über den Januar hinaus

Viele Teilnehmende des Dry January berichten, dass sich ihr Trinkverhalten auch nach dem Monat nachhaltig verändert. Der bewusste Umgang mit Alkohol, die Erfahrung besserer Schlafqualität und das Plus an Energie motivieren oft dazu, den Konsum auch langfristig zu reduzieren.

Der Dry January bietet die Chance, den Körper zu entlasten, Kalorien einzusparen und neue Genussgewohnheiten zu entwickeln. Gleichzeitig kann er ein erster Schritt zu einem gesünderen Lebensstil sein – und vielleicht sogar zu einer dauerhaften Veränderung der Ernährungsgewohnheiten beitragen. Ob als bewusster Start ins neue Jahr oder als Anstoß für langfristige Veränderungen – der alkoholfreie Monat lohnt sich aus ernährungswissenschaftlicher Sicht in jedem Fall.

Quellen:

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Dieser Beitrag wurde von Anne Stoye verfasst. Sie ist Assistentin der Geschäftsleitung Ausbildung der Deutschen Heilpraktikerschule Leipzig.