Gereizt!? ‒ PMS verstehen, statt es abzutun

Gereizt!? ‒ PMS verstehen, statt es abzutun

Gereizt!? ‒ PMS verstehen, statt es abzutun: Kennen Sie diese Tage vor der Blutung, in denen die Jeans spannt, der Schlaf wackelt, die Geduld hauchdünn wird und schon das Atmen des Gegenübers eine mittelschwere Provokation darstellt? Dann sprechen wir möglicherweise nicht von „Anstellerei“, sondern von PMS (Pmenstruelles Syndrom) ‒ einer Mischung aus körperlichen und emotionalen Beschwerden, die typischerweise in den letzten Tagen bzw. bereits etwa zwei Wochen vor der Periode auftauchen und mit Beginn der Blutung oft wieder nachlassen.

Häufige Symptome sind dabei:

  • Reizbarkeit,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Traurigkeit,
  • Müdigkeit,
  • Schlafprobleme,
  • Heißhunger,
  • Kopfschmerzen,
  • Brustspannen,
  • Ödembildung,
  • Blähbauch oder
  • Krämpfe.

Nicht eingebildet, sondern zyklisch

PMS ist kein Charakterfehler und kein Beweis dafür, dass Sie sich „einfach besser zusammenreißen“ müssten. In der zweiten Zyklushälfte, nach dem Eisprung, verändern sich Östrogen- und Progesteronspiegel. Fachlich geht man davon aus, dass PMS mit diesen hormonellen Veränderungen zusammenhängt. Diese Veränderungen sind zwar grundsätzlich physiologisch, jedoch finden die Hormonverschiebungen beim Vorliegen eines PMS gewöhnlich nicht im richtigen Verhältnis zueinander statt.

Und ganz ehrlich: Es ist NICHT normal, diese Beschwerden zu haben – auch wenn einem das auf Instagram & Co viele einreden möchten. Ja, es ist normal, dass man ein leichtes Ziehen während der Regel im Unterleib fühlt. Schließlich arbeitet da ein Muskel. Aber massive Schmerzen und all die anderen Probleme? Diese Symptome sind Hinweise, dass der Körper in Not ist.

PMS verstehen ‒ das Muster ist der Schlüssel

Doch nicht jeder schlechte Tag vor der Periode ist automatisch PMS – manchmal sind es die Umstände. Andere hormonelle Belastungen wie z. B. Kortisolschwankungen. Oder auch Symptome einer Frühschwangerschaft. 😉

Spannend wird es dann, wenn Beschwerden verlässlich in der prämenstruellen Phase auftauchen, den Alltag spürbar ausbremsen und mit der Blutung rasch nachlassen. Was hilft? Meistens gibt es nicht die eine Wunderlösung, sondern es bedarf einer klugen Kombination, die leichtere Beschwerden lindern kann, wie:

  • regelmäßige Bewegung,
  • ausreichend Schlaf,
  • Stressreduktion
  • und eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung.

Und wenn es heftiger ist? Niemand muss Schmerzen haben bei der Periode. Selbstverständlich können Schmerzmittel kurzfristig helfen. Sie bremsen die Prostaglandinaktivität und sind deshalb nützlich. Dauerhaft sollte PMS aber hormonell und therapeutisch begutachtet werden:

  • Welche hormonellen Dysbalancen liegen vor?
  • Progesteron, Östradiol, Testosteron, Kortisol?
  • Wie sehen die Schilddrüsenwerte aus?
  • Was macht eigentlich der Blutzuckerspiegel und das Insulin?

Und wenn man ordentlich befundet hat, dann darf man behandeln. Beispielsweise mit spezifischen homöopathischen Mitteln oder unseren Helfern aus der Phytotherapie wie Frauenmantel, Mönchspfeffer oder Schafgarbe – unbedingt immer abgestimmt auf den jeweiligen Laborbefund. Nährstoffmängel müssen spezifisch ausgeglichen werden. Es gibt keine Schablonen bei der Behandlung von Hormonproblemen – sondern nur individuelle Behandlungsoptionen, die passgenau zugeschnitten werden müssen.

PMDS

PMDS (Pmenstruelles dysphorisches Syndrom) ist eine besonders schwere Form von PMS. Dazu mehr – im nächsten Beitrag.

 

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Dieser Beitrag wurde von Juliane Herzberg, Tutorin der Online-Ausbildung zum Hormoncoach, verfasst.