Inhalt und Ablauf der Ausbildung

Der Studiengang Psychotherapeutischer Heilpraktiker wird als Blockstudium absolviert. Es umfasst 13 Seminarblöcke zu jeweils 3-4 Tagen und dauert ca. 26 Monate (364 Stunden). Hinzu kommen Selbsterfahrungsstunden und Prüfungsvorbereitung.

Dieser Studiengang ist als wissenschaftlich fundierte Basisausbildung zu verstehen. Eine Fachausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren sollte in jedem Falle im Anschluss absolviert werden.

Ziele der Ausbildung:

  • Schulung der Empathiefähigkeiten
  • Schulung therapeutischer Beziehungskompetenzen
  • gute psychodiagnostische Kompetenzen
  • psychologische Gesprächsführung
  • Beratungskompetenzen
  • Überblick über wissenschaftlich anerkannte Therapieverfahren
  • Befähigung zur erfolgreichen Absolvierung der amtsärztlichen psychotherapeutischen Heilpraktikerprüfung

Die Seminare können unter Einsatz weniger Urlaubstage auch berufsbegleitend besucht werden. Man benötigt während eines vollen Seminar-Jahres maximal 10 freie Tage. Ein Seminarblock findet ca. aller 8 - 12 Wochen statt: in der Regel jeweils donnerstags ab 13.00 Uhr bis sonntags 14.00 Uhr. (Beachten Sie bitte standortspezifische Unterschiede.)

Die Seminarpläne finden Sie hier.

Ein Einstieg ist jeweils zu Kursbeginn 1 - 2 x im Jahr möglich oder bis spätestens zum 3. Blockseminar (falls Plätze frei sind).

Durch berufliche Verhinderung, Krankheit oder Schwangerschaft versäumte Blockseminare können nach Absprache zu einem späteren Zeitpunkt ohne zusätzliche Kosten nachgeholt werden.

Eine Liste preisgünstiger Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie auf den Seiten zu Ihrem Studienstandort.

Sie sollten mindestens 8-15 Stunden pro Woche für Ihr Selbststudium einplanen. Dafür erhalten die Studienteilnehmer umfangreiche Aufgaben-Skripte (ca.2-3 A4 - Seiten pro Seminarthema). 

Bei der Vermittlung der theoretischen Grundlagen im Rahmen der Seminare wird auf den Selbststudien-Aufgaben aufgebaut. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der praktischen Umsetzung und Erprobung der Theorie, was man im Selbststudium so natürlich nicht umsetzen kann (Rollenspiele, Selbsterfahrung, Demonstrationen druch den Dozenten).
Was man erfahren und erlebt hat, kann man auch verinnerlichen und begreifen.

Unsere Dozenten sind Heilpraktiker für Psychotherapie und Diplompsychologen. Dabei legen wir großen Wert auf Dozenten mit langjährigen Praxis-Erfahrungen in dem jeweiligen Fachgebiet und guten didaktischen Fähigkeiten. Uns sind Dozenten wichtig, die mit Begeisterung in ihrem Fach stehen und diesen Funken auch an die Studienteilnehmer weitergeben können.

Zur Vertiefung der Seminarinhalte und praktischem Üben der therapeutischen Gesprächstechnik treffen sich die Studienteilnehmer zwischen den Blockseminaren zu Lerntreffen in Peergroups.

Parallel zum Ausbildungskurs sollen weitere Selbsterfahrungsstunden absolviert werden. Als zukünftige/r Therapeut/in sollten Sie Ihre eigene Persönlichkeit besonders gut kennen. Insbesondere die noch unbewussten Anteile, die jedoch in zwischenmenschlicher Interaktion zum Wirken kommen. Ihre Persönlichkeit und Ihre Fähigkeiten zu therapeutischer Beziehung sind wichtige Instrumente, wenn nicht gar die Wichtigsten, um erfolgreich zu arbeiten. Diese "Instrumente" müssen regelmässig und präzise "gestimmt werden", wie eine Stradivari! Zunächst in Selbsterfahrungsstunden und später in regelmässiger Supervision.

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion und damit eine tiefe Selbstkenntnis ist neben theoretischer und praktischer Fachkompetenz eine wichtige Grundlage für eine verantwortliche therapeutische Tätigkeit. Selbstreflexion bedeutet, das eigene Verhalten möglichst neutral wahrnehmen und analysieren zu können. Es ist außerdem wichtig, die eigenen Projektionen* und die der Klienten durchschauen zu können, um "Kunstfehler" zu vermeiden. Eine Beziehung – dazu zählt auch die therapeutische Beziehung – ist umso echter, je besser die Übersicht über die Motive des eigenen Handelns ist. Es ist deshalb für einen zukünftigen Therapeuten wichtig, sich mit sich selbst gut auszukennen.

Das kann mit Einzelselbsterfahrungsstunden bei einem Psychotherapeuten der persönlichen Wahl oder auch in Gruppen-Selbsterfahrungsseminaren erreicht werden. Einige Schulen der DTHPS bieten parallel zur Ausbildung Gruppenselbsterfahrung an. Informieren Sie sich dazu bitte auf den Websites oder bei Ihrem Schulleiter.

Über den Ausbildungskurs hinaus empfehlen wir außerdem eine weiterführende Fachausbildung in einem Psychotherapieverfahren der persönlichen Wahl. Wir bieten an unseren Schulen verschiedene psychotherapeutische Fachseminare oder abgeschlossene Zusatzausbildungen an, verweisen bei umfangreichen Fachausbildungen, wie Gestalttherapie, Kunsttherapie jedoch auch auf die jeweiligen spezialisierten Institute.

In unserem Seminarangebot sowie der Gestaltung von Seminaren distanzieren wir uns ausdrücklich von esoterischen Richtungen und Verfahren. Wir empfehlen Ihnen, sich bei der Wahl Ihrer therapeutischen Konzepte und Methoden im Interesse einer seriösen, verantwortungsvollen Psychotherapie an wissenschaftlich untersuchten Methoden zu orientieren. Gern beraten wir Sie darüber, was dafür relevante Aspekte sein können.

Zu kompletten Ausbildungen in Therapierichtungen wie Gestalttherapie oder Kunsttherapie verweisen wir natürlich auf die jeweiligen Fachinstitute.

* Projektion im psychologischen Sinne ist die unbewusste Verlagerung eigener Wünsche, Gefühle oder Vorstellungen auf andere Personen oder Objekte.
 

Inhalt der Ausbildung

Die Ausbildung umfasst folgende Themen: 

  • Überblick und Klassifizierung psychiatrischer Störungen (ICD 10, DSM IV)
  • Allgemeine Psychopathologie (Begriffe, Symptomatologie und Diagnostik)
  • Einführung in die Entwicklungspsychologie (grundlegende entwicklungspsycholog. Modelle)
  • Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter 
  • Einführung in die Psychoanalyse und Tiefenpsychologie 
  • Allgemeine Neurosenlehre, Entstehungsmodelle
  • Neurotische Störungen, Affektive Störungen (Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen, Depressive und Manische Störungen)
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Psychosomatik, Somatoforme Störungen
  • Organisch bedingte psychische Störungen
  • Einführung in die Psychopharmakologie
  • Psychiatrische Notfälle, Krisenintervention, Suizidalität
  • Schizophrenie und wahnhafte Störungen
  • Abhängigkeit und Sucht
  • Essstörungen, Schlafstörungen
  • Einführung in die Psychotraumatologie 
  • Familien- und Paartherapie auf Grundlage systemischer Therapie/ Einführung in die systemische Therapie
  • Gruppendynamik, Gruppenprozesse, Konfliktmanagment
  • Therapeutische Gesprächsführung (kommunikationspsychologische Grundlagen: Marshall Rosenberg, Schulz von Thun, Rogers; Grundhaltungen, Basisinterventionen; praktische Übungen)
  • Grundlagen der Verhaltenstherapie und der Schematherapie
  • Entspannungsmethoden (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation)
  • Einführung in imaginative Verfahren
  • Beratung und Therapie - Aufbau und Strukturierung (Anamnese, Diagnostik, Therapieplanung und -verlauf, Ablösephase, Supervision)
  • Gesetzeskunde
  • Praxisführung, Therapieanträge, Abrechnungsverfahren